Bei der deutschlandweiten Mahnfeuer-Aktion der Bauern beteiligten sich auch die Landwirte aus dem Landkreis Bamberg. In Viereth, Trosdorf, Burgebrach-Unterneuses, Wustviel, Hirschaid, Lisberg, Mandorf, Reckendorf, Laimbach, Gerach und noch einigen anderen Orten entfachten die Bauern der Protestbewegung "Land schafft Verbindung" Feuer, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen und mit den Verbrauchern ins Gespräch zu kommen.

Benedikt Then und Horst Brehm hatten die Aktion in Trosdorf Feuer organisiert und erklärten: "Das Feuer soll eine Mahnung an die Politik sein. Die Situation der Landwirtschaft in Deutschland ist nicht zufriedenstellend. Wir kämpfen ums Überleben." Zu ihrer kurzfristig organisierten Aktion an der viel befahrenen Straße nach Tütschengereuth kamen etwa 20 Bauern, aber leider keine Verbraucher.

Etwas anders sah es beim Mahnfeuer neben der B 22 zwischen Unterneuses und Burgebrach aus. Neben Bürgermeister Johannes Maciejonczyk (CSU) suchten rund zehn Bürger das Gespräch mit den Landwirten, von denen allein 15 mit Traktoren gekommen waren. Mit ihrer Aktion waren die Organisatoren Ralf Bogensperger, Michael Salomon, Johannes Schlapp und Marco Übel zufrieden.

Das Bündnis - die Initiatoren verstehen sich als unabhängig und parteipolitisch neutral und bekennen sich ausdrücklich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik und zur sozialen Marktwirtschaft - hatte bereits im Vorfeld einen Forderungskatalog aufgestellt. Diesen übergab man letzte Woche dem bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber (FW). Viele Mitstreiter waren auch bei den großen Demonstrationen in Berlin und Bayreuth mit dabei.

In Hirschaid fand ein solches Mahnfeuer am Ortseingang, von Strullendorf kommend, statt und war mit rund 100 Personen gut besucht. Neben Landwirten im Haupt- und Nebenerwerb und Verbandsvertretern waren auch zahlreiche regionale und überregionale Politiker gekommen. So waren unter anderem Landrat Johann Kalb (CSU), Thomas Silberhorn (CSU), der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, und der Hirschaider Bürgermeister Klaus Homann (CSU), vor Ort, um sich auszutauschen und zu diskutieren.

Es geht auch um die Preise

Insbesondere die vielen Auflagen, Richtlinien und Vorschriften im Bereich von Umwelt- und Naturschutz bringen die Landwirte auch in Hirschaid in Rage. Tenor: Sie bedrohen viele Existenzen, solange die Verbraucher nicht gewillt sind, adäquate Preise für die Produkte aus der Landwirtschaft zu bezahlen. Georg Göller, Leo Göller und Christian Büttel forderten von der Politik verlässliche Aussagen, um unter anderem notwendige Investitionen tätigen zu können.

Sie wiesen auch darauf hin, wie viel Anstrengungen die Hirschaider Landwirte vor Ort für den Arten- und Naturschutz leisten würden. Konventionell wie biologisch geführte Betriebe erzeugen Milch, Fleisch und Brot fast ausschließlich für die Region. Zudem hätten die Hirschaider Bauern in diesem Jahr 23 000 Quadratmeter Blühstreifen angelegt, die als Nahrung für Insekten dienen. Einige Landwirte erzeugen Wasserschutzweizen, bei dem sie bewusst auf Dünger verzichten, um immer bestes Wasser zu haben. Das Image der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit, so die einhellige Meinung an diesem Abend, muss grundlegend verbessert werden. Dafür sind ergebnisoffene Diskussionen, Argumente statt Ideologie und "ein gemeinsames Anpacken" notwendig. Darüber hinaus sei der Verbraucher gefragt, etwa wenn er regionales und sicheres Fleisch fordert und dann argentinisches Rindfleisch kauft - dann passen Anspruch und Wirklichkeit nicht zusammen. Es wurde betont, dass man in der Landwirtschaft in Generationen denkt und nicht in Kampagnen oder bis zum nächsten Quartal.

Viele fühlen sich von der Politik im Stich gelassen und sind auch nicht immer konform mit dem Bauernverband. Das wollte Peter Schlund, stellvertretender Kreisobmann im Kreisverband Bamberg des Bayerischen Bauernverbands, nicht so stehenlassen und sprach davon, wie wichtig es sei, gemeinsam für die wichtigen Ziele und Werte einzutreten. JB/asp