Eine erfreuliche Nachricht für viele Bürger: Auch die Marktgemeinde Maßbach verschickt zumindest vorläufig keine Bescheide für Straßenausbaubeiträge mehr. Das beschloss der Marktgemeinderat einstimmig. Wie mehrfach berichtet, will die Staatsregierung diese Beiträge abschaffen, nachdem die Freien Wähler ein Volksbegehren starten wollen und mit der Sammlung von Unterschriften begonnen haben.
"Das Thema ist aktuell, aber die Situation zurzeit unklar" meinte Bürgermeister Matthias Klement (CSU). Woher die Gelder nach dem Wegfall dieser Beiträge kommen könnten, sei noch nicht abzusehen. Er hofft, dass sie nicht von der Schlüsselzuweisung, die der Freistaat an die Kommunen zahlt, abgezogen werden. Der Bürgermeister ergänzte "ich plädiere dafür, momentan keine weiteren Bescheide zu verschicken". Kein Mitglied des Marktgemeinderates stimmte dagegen, aber einige Fragen und Bemerkungen dazu gab es doch. Diethard Dittmar (SPD) erkundigte sich nach den Gebühren für den Ausbau der Ludwigstraße im Ortsteil Poppenlauer. Die Bürger hätten schon zwei Raten bezahlt, die dritte Rate werde eigentlich bald fällig, so dazu Matthias Klement. Er ergänzte "es geht nur um die Bescheide, die neu rausgehen."


Begehrlichkeiten wecken

Der Wegfall der Straßenausbaubeiträge sei für die Bürger grundsätzlich zu begrüßen, "aber für uns wird es dadurch nicht einfacher", meinte Matthias Klement. Es sei zu befürchten, dass Begehrlichkeiten geweckt würden, wenn die Bürger nicht mehr zahlen müssten. Auf eine Frage von Achim Bieber (BBP) sagte er auch, dass einige Straßen in der Gemeinde gemacht werden müssten. Bauhofleiter Wolfgang Brust ergänzte, dass die Marktgemeinde etwas 100 Kilometer Gemeindestraßen hat. Eine Straße hält etwa 40 Jahre, schätzt er.


An "Grüngitter" beteiligt

Nach kurzer Diskussion beschloss der Marktgemeinderat einstimmig, dass sich die Gemeinde am Projekt "Grüngitter" des Landkreises Bad Kissingen beteiligt. Damit soll dem Rückgang der Zahl und Vielfalt bestäubender Insekten wie Honig- und Wildbienen entgegengewirkt werden.
Maßbach beteiligt sich auch am Projekt "DenkOrt Aumühle", mit dem an die aus Unterfranken verschleppten jüdischen Bürger erinnert werden soll. Die Aumühle ist ein ehemaliger kleiner Güterbahnhof in Würzburg, von dem aus in den Jahren 1941 und 1942 insgesamt 1794 Menschen abtransportiert wurden. Angesprochen wurden von Benita Stolz, der Koordinatorin des Projektes, alle 109 Gemeinden, in denen sich zu Beginn der NS-Zeit noch jüdische Gemeinden befanden, unabhängig davon, ob aus diesen Orten auch Menschen in KZ und Vernichtungslager deportiert wurden.


Einstimmig für "Gepäckstücke"

Das geplante Denkmal soll aus Gepäckstücken wie Koffern, Rucksäcken oder Deckenrollen bestehen, die aus Beton, Natursteinholz, Metall oder ähnlichen
Materialien gefertigt werden. Jede Gemeinde soll sich mit einem Gepäckstück an dem Denkmal beteiligen und ein zweites Gepäckstück im Ort selbst aufstellen. Die Diskussion war nur sehr kurz. Diethard Dittmar sprach sich gegen eine Beteiligung der Gemeinde aus und erinnerte daran, dass "Stolpersteine" vor den Häusern ehemaliger jüdischer Mitbürger die Erinnerung wach halten. Sabine Dittmar jedoch plädierte für die Teilnahme
der Marktgemeinde. Der Marktgemeinderat stimmte schließlich fast einstimmig zu.
Bürgermeister Klement bekam den Auftrag, bei der Firma Miller aus Maßbach Kostenangebote für die Erstellung von vier Gepäckstücken einzuholen, da es sowohl in Maßbach als auch Poppenlauer jüdische Gemeinden gab. Informationen über das
Projekt "DenkOrt Aumühle" gibt es auch im Internet unter
www.johanna-stahl-zentrum.de