Draußen fegte der Regen die letzten Schneereste hinweg. Drinnen im Geldnersaal sahen Kinder und Erwachsene ein großes Bühnenbild, das Eisberge und eine weiße Winterlandschaft zeigte. Nach ihrem Abenteuer im Zirkus im vergangenen Jahr setzte Willi, die Wühlmaus in diesem Jahr ihre Reise in Richtung Norden fort.

Das fünfköpfige Ensemble des Kindermusicals wurde schon sehnsüchtig erwartet. Allen voran Willi, die Wühlmaus. Eine neugierige aufgeschlossene Maus, die die Welt erkunden möchte und sich auf eine Wanderschaft begibt. Die Plätze vor der Bühne waren für die Kinder reserviert. Dahinter saßen nicht minder erwartungsfroh und dicht gedrängt die Erwachsenen. Manche von den Mamas und Papas oder Großeltern hatten kleine Kinder auf dem Schoß. Schließlich war es so weit. Willi Wühlmaus bahnte sich durch die Menge den Weg Richtung Bühne. Vom ersten Lied an richteten sich alle Augen auf die Darsteller des Kindermusicals.

Willi Wühlmaus begab sich in die eisige Weite der Arktis und besuchte einen Freund, den Eskimo-Jungen Tikaani. Grundthema des Musicals ist die Freundschaft zwischen den beiden, aber auch die Folgen des Klimawandels und die daraus entstehenden Probleme wurden thematisiert. Die Texte luden zum Mitsingen und -klatschen ein. Das 1995 entstandene Kindermusical bewegt sich musikalisch zwischen Blues und Rock 'n' Roll. Die Musiker Carolin Lenkl, Mona Kredel, Frank Polster, Sonja Geisler und Harry Neubauer verstanden es, den jeweiligen Tieren Leben einzuhauchen und dabei auch ihre spezifischen Eigenheiten herauszuarbeiten. "Zähneputzen, das bringt Nutzen", erfuhren Kinder und Erwachsene vom Walross Waldemar mit den großen Zähnen. Während ein Schneehase sich seines Lebens erfreut, beschleicht ein Robbenbaby die Angst, das seine Mutter nicht mehr wiederkommen könnte. "Es wird immer schwieriger, Nahrung zu finden", erklärte die Schneeeule. Eugenie sieht alles und kennt jeden Hügel und jeden Eisberg. Auch sie berichtete von der Erderwärmung, die Mensch und Tier an den Polen zuerst bemerken. Als letztes Tier traf Willi auf den Schlittenhund Husky. Mit ihm tollte die Wühlmaus durch die Weite des Nordpols. Am Ende gab es stürmischen Applaus und der Wunsch nach einer Zugabe wurde natürlich erfüllt.