Mittlerweile ist die Regionale Museumsnacht Coburg-Südthüringen - nun bereits in der 17. Auflage - zu einer festen Größe im kulturellen Leben der Landkreise Coburg, Kronach, Sonneberg und Hildburghausen geworden. Dabei wurden diesmal in zwölf Einrichtungen den Interessenten Einblicke in Geschichte, Kunst, Gewerbe und Naturwissenschaften geboten. Mit dabei waren aus dem oberen Frankenwald das Europäische Flakonglasmuseum Kleintettau sowie das Tropenhaus Kleintettau.

Beide Einrichtungen sind aufgrund ihrer Besonderheit schon längst zu Leuchtturmprojekten im Frankenwald geworden. Aufgrund von Erneuerungsmaßnahmen konnte sich das Schiefertafelmuseum in Ludwigsstadt heuer nicht präsentieren. Wegen der Covid-19 Pandemie fand nur eine "kleine regionale Museumsnacht" statt. Es ging also etwas bescheidener zu. Doch dafür hatten die Besucher volles Verständnis, dankbar für die willkommene Abwechslung.

Im Tropenhaus "Klein Eden" am Rennsteig wurden zwei Führungen im Forschungsbereich angeboten. Dabei stand unter anderem der aktuelle Umbau zur Diskussion. Ebenfalls gab es Informationen über die jeweiligen Früchte, über den Bodenaustausch, über das Klima sowie über die Nutzung der Abwärme von der benachbarten Glashütte Heinz-Glas. Im klimatisch eher rauen Frankenwald werden mittels eines ökologischen Kreislaufsystems tropische Früchte und Speisefische erzeugt.

Die 52 angemeldeten Besucher wurden in drei Gruppen aufgeteilt. An den Führungen beteiligten sich Geschäftsführer Ralf Schmitt, Hans Kaufmann und Herbert Klostermann. Im besonderen Maße fanden die botanischen Raritäten aus fernen Ländern viel Aufmerksamkeit und Bewunderung.

Für das nächtliche Event zeichneten außerdem das Deutsche Spielzeugmuseum Sonneberg, das Zweiländermuseum Rodachtal, das Europäische Museum für Modernes Glas in Rödental, das Deutsche Burgenmuseum Veste Heldburg, das Meeresaquarium Exotarium Nautiland Sonneberg, die Stiftung Judenbach, Astronomiemuseum der Sternwarte Sonneberg, Alte Schäferei-Gerätemuseum Ahorn, Heimatmuseum Bad Rodach sowie Museum Neues Schloss Rauenstein verantwortlich.

Mittlerweile sei, so die Organisatoren, die regionale Museumsnacht ein bedeutender kultureller Bestandteil in der Region geworden. Vor allem sei das ehrenamtliche Engagement der Betreiber beispielhaft. Die kulturelle Vernetzung von vier Landkreisen stelle eine Herausforderung für die Verantwortlichen dar. Vor allem schaffe man Anreize für ein besonderes Kennenlernen der musealen Schätze zu abendlicher Stunde, ist sich der Glasbewahrerverein Kleintettau sicher.

Museumsleiter Sandro Welsch vom Flakonglasmuseum Kleintettau zeigte sich aufgrund der derzeitigen Problematik (Corona) zufrieden über den späten Besuch. Das breite Spektrum der Parfümerie- und Glasgeschichte konnte diesmal individuell begutachtet werden. Die Ausstellungen wurden mit ihren unterschiedlichen Themen in ein Wechselbad farbigen Lichts gehüllt, welches einen völlig neuen Zugang von Emotionen und Erleben für die Betrachter schuf. Ebenfalls konnte man die sehenswerte Dauerausstellung "Parfümflakons - eine Zeitreise durch das 20. Jahrhundert" genießen. Die Entwicklung von Mode, Körperpflege sowie das Erscheinungsbild der kosmetischen Flakons im 19. Jahrhundert waren reizvolle Schwerpunkte der Informationen. Aufgrund der Corona-Pandemie galten die jeweiligen Schutz- und Hygienebestimmungen der einzelnen Häuser und die Regelungen der Freistaaten Bayern und Thüringen.