Musik spricht die Seele an, sie ist aber auch ein Ausdruck der Seele. Das vermittelten an diesem frühen Abend in gemütlicher, familiärer Atmosphäre die Cellistin Ulrike Maria Gossel und Kirchenmusiker Thomas Grünke am Klavier in der alten Bücherei der Kirchengemeinde mit einem Programm von klassischen Hits und Melodien, die nicht jeder kennt. Adolph Kurt Böhms Lied "Die blaue Blume", ein Symbol der Romantik, war ein emotionaler Auftakt und steht für Sehnsucht und Liebe. Eher sentimental ist dagegen "Arioso" aus der Kantate 156 von Johann Sebastian Bach, romantische Musik, die zu Herzen geht. Eine Brücke zu Felix Mendelssohn-Bartholdy bauten die beiden Musiker mit der Vertonung eines Gedichtes von Heinrich Heine. Bei dem wunderschönen Lied "Auf den Flügeln des Gesanges" übernahm das Cello sehr einfühlsam die Gesangspartie. Nach dem Stück "Träumerei" von Robert Schumann wandte Thomas Grünke ein: "Bei aller verständlichen Träumerei - einschlafen dürfen Sie uns natürlich nicht, deshalb müssen wir jetzt mal etwas Flottes spielen." Gemeint war damit der "Danse Rustique" des britischen Komponisten William Henry Squire. Beschwingt, rassig und spritzig endete das Programm mit einem Rondo von Georg Goltermann, bei dem Ulrike Maria Gossel am Cello noch einmal ihr ganzes Können zeigte. Anerkennendes Lob gab es am Ende von allen Seiten. Auch Hans Beyer hat das Konzert sehr gefallen: "Ich war richtig verzaubert." hd