Die vor 40 Jahren mit sechs Metern Fahrbahnbreite und beidseitigen Gehwegen großzügig gebaute Mainbergstraße schnell noch verkehrsberuhigen, bevor es mit dem Bau von 50 Eigenheimen im anschließenden Neubaubaugebiet "Obere Lehenteile" so richtig losgeht - daraus wird erst mal nichts. Ein detaillierter Plan, der mit den Verkehrsexperten von Polizei und Landratsamt abgestimmt war, fiel im Gemeinderat glatt durch.

Argumente gegen den von Sebastin Pleyer vom Bamberger Stadtplanungsbüro Valier vorgelegten Entwurf: zu viele, zu langgestreckte Verkehrsinseln, Verlust von Parkplätzen, mit den Anliegern nicht abgestimmt. So geht es nicht, befand der Gemeinderat einhellig und warf den Ball zurück. Die Fragen, was der Rückbau kosten werde und wer ihn bezahle, wurden da schon nicht mehr aufgeworfen.

Der breite und gerade Verlauf der Mainbergstraße verleite viele Autofahrer zu höheren Geschwindigkeiten, bestätigte der Stadtplaner das Empfinden einiger Anlieger. Die leiden seit vielen Jahren unter der zunehmenden Frequentierung und rasanten Fahrweise vieler Benutzer. Eine Geschwindigkeitskontrolle betätigte dann auch, dass 40 Prozent der 2200 an einem Tag gemessenen Fahrzeuge das auf der Mainbergstraße gültige Tempolimit von 30 km/h überschritten. Der Spitzenreiter fuhr mit Tempo 70, informierte Pleyer. Und da hilft dann auch nicht der Umstand, dass die Mainbergstraße etwa mittig von der Langen Straße gekreuzt wird (mit Vorfahrtsregelung "Rechts vor links") und dass anfangs, an der Bahnstraße, das Tempo wegen des Bahnübergangs gedrosselt werden muss.

Messtafel bremst nicht alle

Unlängst wurde für die Mainbergstraße eine elektronische Geschwindigkeitsmesstafel angeschafft. Die bremst nach Beobachtung eines Anliegers aber nicht jeden. Manchmal habe er den Eindruck, dass angesichts des aufleuchtenden Messergebnisses erst noch mal so richtig Gas gegeben werde, sagte er unserer Zeitung. Mithin: Zu der Notwendigkeit, den Verkehrsfluss auf der Mainbergstraße weiter zu beruhigen, herrschte im Gemeinderat weitgehende Zustimmung. Den dafür ausgearbeiteten Plan nahm das Gremium aber nur "zur Kenntnis".

Elf seitliche, paarweise und versetzt angeordnete Fahrbahneinengungen auf bis zu 3,5 Meter Breite würden ihre Wirkung nicht verfehlen, meinten der Stadtplaner und die Verkehrsbehörden. Nicht nur Oliver Schlicht (FWG) war das des Guten zu viel. Da auch noch Autos am Fahrbahnrand parken würden, führe es zu einer ständigen "Bremserei", die auch nicht gutgeheißen werden könne.

Alexander Hummel (CSU) richtete den Blick auf den Verlust von Parkplätzen, die für Besucher der Anwohner dringend benötigt würden. Unterstützung bekam er dazu von Gerhard Sterzer und Angelika Griebel (SPD) und Raimund Werner (FWG). Oliver Schulz-Mayr (BNL) gefiel nicht, dass trotz der geplanten Verkehrsinseln die volle Durchsicht bestehen bleiben würde. Ihm schweben Sichtblockaden vor, wie sie vergleichsweise ein abgestellter Wohnwagen darstellen würde. Über die von Sebastian Dennerlein zur Sprache gebrachten Querungshilfen schieden sich die Geister sofort: Damit ziehe man sich nur Ärger mit den Anwohnern zu, meinte Michaela Kaiser (BNL): Pflasterstreifen verursachen Lärm und werden reparaturbedürftig.

Und die Verkehrsinseln?

Noch ein Aspekt wurde angeführt: Wer solle denn die Verkehrsinseln künftig pflegen? So gründlich wurde im Gemeinderat Pettstadt schon lange kein Plan mehr zerpflückt. Schließlich blieb Zweitem Bürgermeister Michael Reichert (FWG) nichts anderes übrig, als den Entwurf zu kassieren, ihn überarbeiten zu lassen und mit den Bürgern zu erörtern. Reichert leitete die Sitzung in Vertretung des in Corona-Quarantäne befindlichen Bürgermeisters Jochen Hack.