D ie Deutschen gelten als ganz besonders korrekt, um nicht zu sagen pingelig. Ganz zu Recht, wenn man sich anschaut, welcher Aufwand nötig ist, in Rannungen eine kleine Fläche neues Bauland zu schaffen. In der Gemeinde gibt es zu wenig verfügbare Baugrundstücke, da viele Eigentümer sich aus diversen Gründen nicht davon trennen wollen. Dort sollen nun zwei Flächen, die im gültigen Flächennutzungsplan sowieso schon als Wohnbauflächen ausgewiesen sind, genau das werden. Das ist allerdings gar nicht so einfach und erfordert einen recht hohen bürokratischen Aufwand, obwohl der Gemeinderat ein "vereinfachtes Verfahren" für eine sogenannte Einbeziehungssatzung beschlossen hat. Zunächst muss der Gemeinderat dazu ein Planungsbüro beauftragen, das einen Plan erstellt. Der Gemeinderat diskutiert mehrfach darüber. Viele Behörden und "Träger öffentlicher Belange" haben damit zu tun und geben vielleicht Stellungnahmen ab. Der Zeitaufwand ist insgesamt hoch, und Kosten entstehen auch, die natürlich auf die Betroffenen abgewälzt werden. Gerade in solchen Bagatellfällen sollte es möglich sein, das Verfahren noch weiter zu vereinfachen, um ohne viel bürokratischen Aufwand und schnell handeln zu können. Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung haben natürlich keine andere Wahl.

Hier müssten Gesetze geändert werden, damit die auch von Politikern immer wieder geforderte Verwaltungsvereinfachung endlich in die Tat umgesetzt wird.