Sympathisch, freundlich und gut gelaunt: Das ist Martha Eichler aus Münchaurach. Sie feierte am Montag ihren 90. Geburtstag. Allerdings wirkte sie anfangs etwas nervös, als sich der Bürgermeister und die stellvertretende Landrätin um einige Minuten verspäteten, "denn es muss alles seine Ordnung haben", meinte sie. Aber schon vorher gaben sich Verwandte, Freunde und Nachbarn die Klinke in die Hand. Schließlich stießen dann auch die stellvertretende Landrätin Gabriele Klaußner (CSU) und Bürgermeister Klaus Schumann (ÜWB) mit der Jubilarin auf ihren runden Geburtstag an.

Martha Eichler, eine geborene Wick, wuchs zusammen mit sieben Geschwistern in Münchaurach auf. "Ich bin a Klostermadla", meinte sie schmunzelnd, denn ihr Elternhaus stand im Schatten der Klosterkirche. Warum sie in Münchaurach geblieben ist, erklärte sie ebenso glaubhaft wie ihre Nachbarinnen. So sprudelt an der Mauer des Klosterhofes ein "Röhrenbrunnen", und wer von dessen Wasser trinkt, bleibe dauerhaft in Münchaurach, versicherten die Frauen. Für die Jubilarin gab es aber noch einen anderen Grund für ihr Bleiben, nämlich Georg Eichler, den sie 1950 heiratete und mit dem sie zwei Kinder großzog.

Sie arbeitete über 19 Jahre bei der Firma Seeland in Oberreichenbach. Ihr Mann Georg starb im November 2015, und seit 2002 wohnt sie bei ihrer Tochter Margit und Schwiegersohn Karl-Heinz Peetz. Ein besonderes Geschenk machten ihr Enkelin Rowena Eichler und Daniel Budny, die mit ihrem Sohn Yonnah anreisten. "Das ist mein Sonnenschein", sagte Martha Eichler, und ihr Gesicht begann zu strahlen, als ihr Enkelin Rowena ihren fünf Monate alten Urenkel in den Arm legte. Dieser wiederum betrachtete die Geburtstagsgäste allerdings sehr skeptisch und ließ sich nicht zu einem Lächeln bewegen. Der Geburtstag wurde dann am Abend mit Familie, Verwandten und Freunden etwas größer gefeiert.