Berthold Köhler Ausgerechnet in der Endphase hakt es ein bisschen bei der Dorferneuerung in den Itzgründer Gemeindeteilen Lahm und Pülsdorf. Insbesondere die Gestaltung des Dorfteiches in der Lahmer Ortsmitte bleibt weiter ein Streitfall. Bei der Besichtigungsfahrt des Gemeinderates ist aber noch einmal deutlich geworden: Der Wunsch aus Teilen der Bevölkerung, die unansehnliche Betonmauer am Dorfteich möge doch durch einen optisch ansprechenden Sandstein-Wall ersetzt werden, wird nicht in Erfüllung gehen. "Es gibt den Beschluss des Gemeinderates, dass wir die Sache so belassen", betonte Bürgermeisterin Nina Liebermann (CSU/Landvolk).

Glücklich wirkte Liebermann bei dieser Aussage aber nicht. Nicht wenigen ihrer Kollegen aus dem Gemeinderat ging es nicht anders. Um jetzt das Beste aus der Sache zu machen, hat es schon Gespräche mit dem örtlichen Gartenbauverein gegeben. Dessen Vorsitzender Wolfgang Kraus war bei der Ortsbesichtigung zugegen. Man wolle versuchen, die nach einem Wurzeldurchbruch reparierte Stützmauer am Teichrand so zu bepflanzen, dass sich ein einigermaßen ansehnliches Bild ergibt, berichtete Nina Liebermann.

Ein paar Hundert Meter aufwärts des Eggenbaches gab es ebenfalls nicht gerade begeistert dreinblickende Gemeinderäte. Denn in Pülsdorf wurde mit großem finanziellen Aufwand am Auslauf des Löschteiches eine Brücke über den Bach gebaut - mit einem mächtigen Geländer, das selbst schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge vor einem Sturz ins Gewässer bewahren soll. Doch so massiv das Geländer auch ist, es entspricht nicht den Sicherheitsanforderungen. Personen, besonders Kinder, könnten durch die Absicherung stürzen.

"Sehr unglücklich"

Zu unterschätzen ist das Problem auch deshalb nicht, weil vermutlich heuer der neue Verbindungsradweg zwischen dem Itzgrund und dem Obermaintal verwirklicht wird. Und der führt durch Pülsdorf hindurch und am Dorfteich vorbei Richtung Eggenbach (Markt Ebensfeld, Landkreis Lichtenfels).

Deshalb wird es nun nachgebessert, sprich: Es werden zusätzliche Bleche eingeschweißt, um die Abstände zwischen den einzelnen Streben zu reduzieren. "Wir sind alle sehr unglücklich", sagte Liebermann mit Blick auf die Umsetzung, bei der die Gemeinde nicht allzu viel zu sagen hatte. Die Dorferneuerung ist schließlich eine Sache des Amtes für ländliche Entwicklung, das auch den größten Teil der Kosten trägt. Die sind nicht ohne, wie Dieter Scherbel von der Gemeindeverwaltung berichtete: Der aktuelle Stand für die Renaturierung des Eggenbaches liegt derzeit bei rund 740 000 Euro. "Wir werden sehen, wo wir am Ende rauskommen", deutete Scherbel an, dass noch nicht das Ende der Fahnenstange gekommen sein muss. Angefangen hat vor Jahren alles mit einer Kostenschätzung im Bereich von gut 325 000 Euro.

Wasserspielplatz zum Schluss

Die letzte Baustelle, die bei der Dorferneuerung in Angriff genommen wird, soll der Wasserspielplatz unweit der Lahmer Wanderhalle werden. Bis Ende des Jahres dürfte das Gesamtprojekt dann abgeschlossen sein.