Ein Thema zieht sich hartnäckig wie Kaugummi an einer Schuhsohle durch die Sitzungen des Schneckenloher Gemeinderats: Der Umbau und die Modernisierung der ehemaligen Gemeindekanzlei zum Bürgerhaus. So auch bei der jüngsten Sitzung. Jetzt will man versuchen, die Mehrkosten über eine Förderung zu reduzieren. Angekommen ist man bei einem Eigenanteil von rund 300 000 Euro. Die Fertigstellung einschließlich Außenanlagen wurde für November 2022 in Aussicht gestellt. "Aber die Förderung bleibt erhalten, da müssen wir uns keine Gedanken machen", sagte Bürgermeister Knut Morgenroth (SPD).

Aber nicht nur die Mehrkosten piksen die Gemeinderäte wie eine vergessene Stecknadel im Hemdkragen, sondern auch die Herangehensweise des Architekten an das Projekt. Zu wenig transparent und zu wenig Engagement, so der Tenor. Und so sehr Morgenroth auch versuchte, den Ball flach zu halten, es ist ihm nicht gänzlich gelungen. Vorwürfe wie: "Der Architekt hält immer an aufwendigen und kostenintensiven Maßnahmen fest und geht auf kostengünstigere Varianten gar nicht ein", standen im Raum. Zurück könne man allerdings nicht mehr, denn "der Point of no return" sei längst überschritten. Morgenroth: "Wir haben der Maßnahme zugestimmt, da gibt es kein Zurück. Jetzt müssen wir durch."

Architekt wird eingeladen

Für die nächste Gemeinderatssitzung will man den zuständigen Architekten einladen, um mittels einer Präsentation die anstehenden Maßnahmen zu erläutern. Was allerdings jetzt schon feststeht: Die Kosten für das Projekt sollen vom Gemeinderat kritisch überwacht werden, um gegebenenfalls sofort einschreiten zu können.

Fast schon tiefenentspannt dagegen ging es beim Punkt Haushalt 2020 zu, den Kämmerer Clemens Wicklein erläuterte (siehe Infokasten). Sein Fazit am Ende: "Wir müssen mit Weitsicht handeln, den Blick auf die Verschuldung richten und sollten möglichst eine Neuverschuldung vermeiden." Auf die Frage, ob denn der vom Staat angekündigte Ausgleich für fehlende Gewerbesteuereinnahmen der Kommunen sich dann in realen Zahlen niederschlage, antwortete Morgenroth gewohnt trocken: "Wir gehen auch in die Kirche und sehen freundliche Menschen. Ob das alles dann so stimmt, wissen wir nicht. Es handelt sich vorerst um einen Plan." Wicklein ergänzte: "Das wird sich dann sowieso erst 2022 zeigen, wenn erste Abrechnungen kommen. Außerdem ist das alles stark branchenabhängig."

Ob es Sinn mache, erst einen Bebauungsplan zu erstellen, nur um dann ständig Sondergenehmigungen zu erteilen? Diese Frage stellte sich der Gemeinderat und hier gingen die Meinungen deutlich auseinander. Während der Bürgermeister mit seiner Zustimmung für diese Sondergenehmigungen keine Probleme hat ("ich stimme allem zu"), war das immerhin bei vier Gemeinderäten nicht der Fall. Der Diskussion zugrunde lag eben eine dieser Sondergenehmigungen für ein Flachdach auf einer Garage ("kein Problem"), und einer Stützmauer mit Zaun, die an der höchsten Stelle immerhin auf stolze 2,91 Meter Höhe kommt. Hier schieden sich die Geister, denn für die Mauer alleine hätte der Bauherr gar keine Genehmigung gebraucht. Knackpunkt war also der Zaun, der noch oben drauf soll. Eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit brachte das Gremium nicht weiter und so drängte Morgenroth auf eine Entscheidung. Die fiel dann aber doch zugunsten des Bauherrn aus, denn sieben Räte stimmten dafür.

Förderung für Glasfaser

An die Firma "Reuther NetConsulting" wird der Auftrag zur Erarbeitung des Förderverfahrens der Bayerischen Gigabite-Richtlinie gehen. "Glasfaser bis ins Haus", so das Ziel dieser Maßnahme, die Schneckenlohe, Beikheim und Mödlitz betrifft. In neun Modulen wurde der Schritt von der technischen Ist-Erfassung bis zur anschließenden Projektbeschreibung erläutert. Der "Masterplan" liegt also in der Schublade, jetzt gehe es um die Förderung. Auch im Hinblick auf die Erschließung des Neubaugebietes in Beikheim sei es wichtig, nun Nägel mit Köpfen zu machen. Morgenroth: "Für die Erstellung des Masterplans haben wir 40 000 Euro Förderung bekommen und bis jetzt nur etwa 16 500 davon abgerufen. Der Rest steht uns noch zur Verfügung."

Schadstellen an den Rohverbindungen, eindringendes Wasser von außen in die Kanalisation. Die Kanalsanierung in Beikheim soll nun fortschreiten und deshalb wurde an die Firma Fricke ein Auftrag von rund 34 500 Euro vergeben, um die Sanierungen durchzuführen. "Uns sitzt auch das Wasserwirtschaftsamt im Nacken, weil in der Redwitzer Kläranlage mehr Wasser ankommt als wir verkaufen", sagte Morgenroth.