Friederike Stark

In der Notaufnahme der Haßfurter Klinik ist man ganz gelassen: "Die Grippewelle verursacht bei uns keine großen Probleme", erklärt Dr. Werner Lindner, Oberarzt der Inneren Medizin am Krankenhaus Haßfurt. Von Überlastungen wie in Nürnberg, wo die Kliniken laut der deutschen Presse-Agentur (dpa) derzeit immer wieder ihre Notaufnahmen schließen müssen, kann in Haßfurt keine Rede sein. Trotzdem: Die Grippe- und Erkältungswelle schwappt auch in den Kreis Haßberge. Die Hausärzte in der Region haben wegen der Grippe gut zu tun. "Ja, bei uns ist mehr los als sonst", sagt Martin Luckhardt vom Ärztezentrum Maintal. Zwar sind nicht alle Patienten, die schniefen und schnupfen, an der Influenza erkrankt. "Aber die Grippe ist derzeit schon das beherrschende Thema", so der Mediziner.
Dr. Jürgen Reimann, Arzt und Leiter des Gesundheitsamtes am Landratsamt Haßberge, kennt die konkreten Zahlen: "In diesem Jahr sind bisher bereits 40 Grippefälle gemeldet." Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 70 Fälle. Zwar ist da für das Jahr 2017 noch Luft nach oben, aber: Das Jahr 2017 ist erst sechs Wochen jung. "Wir haben einfach eine harte Saison", sagt Jürgen Reimann.
Wie hart die Saison ist, bekommt unter anderem Raimund Willert, Rektor der Mittelschule Eltmann, zu spüren. Mit belegter und verschnupft klingender Stimme erklärt er am Telefon: "Von den insgesamt 48 Kollegen fehlen zur Zeit immer mal acht bis zwölf an einem Tag." Auch viele Schüler hüten derzeit das Bett. Doch problematischer für den Schulalltag ist es natürlich, wenn es an Lehrern mangelt. So wie im vergangenen Dezember. "Da fehlten an einem Tag 17 Kollegen", sagt der Rektor. Selbstverständlich habe eine so große Abwesenheitsquote auch mal Auswirkungen auf den Stundenplan: "Wir bemühen uns immer darum, alles weitestgehend aufrechtzuerhalten. Aber ab und an müssen Stunden ausfallen."


Hygienetipps beachten

Bei den Fränkischen Rohrwerken in Königsberg hingegen kann der Leiter der Personalwirtschaft, Peter Gadhof, "keine besonderen Ausschläge beim Krankenstand feststellen". Trotzdem sei man achtsam und präventiv tätig. "Wir haben zusätzliche Hygienemittel in den Mitarbeiter-WCs bereitgestellt", erklärt Gadhof.


Imfpung nach wie vor sinnvoll

Eine Maßnahme, die die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt. Doch die beste Prävention ist die Grippe-Impfung, wie die Mediziner bestätigen.
"In der Regel geht die Grippesaison bis Mai", erklärt Luckhardt. Daher raten er wie auch sein Kollegen Lindner und Reimann nach wie vor zur Grippe-Impfung. "Es lohnt sich definitiv noch, sich impfen zu lassen", sagt Oberarzt Lindner. Nach der Impfung dauert es anschließend zehn bis 14 Tage, bis der Körper ausreichend Schutz aufgebaut hat.
Sicherlich kann im Fall der Fälle auch ein geimpfter Patient erkranken. "Möglicherweise weil der Impfstoff nicht genau den Erreger abdeckt", erklärt Lindner. Auch eine Erkrankung mit erkältungsähnlichem Verlauf ist möglich. "Aber in der Gesamtheit lohnt sich eine Impfung immer", erklärt der Mediziner. Vor allem Angehörige der so genannten Risikogruppen sollten sich laut der Aussage der Ärzte impfen lassen.
Zu den Risikogruppen gehören: Menschen ab 60 Jahren, Schwangere und auch chronisch Kranke. "In diesem Jahr scheinen vor allem ältere Menschen anfällig für den Erreger zu sein", vermutet Reimann. Daher rät er Patienten über 60, die erste Symptome feststellen, schnellstmöglich zum Arzt zu gehen. "Ein untrügliches Zeichen für die Influenza ist plötzlich auftretendes hohes Fieber", erklärt der Mediziner. Aber auch ein starkes Krankheitsgefühl oder plötzlich auftretende Anzeichen einer Erkältung sollten ein Warnhinweis für Patienten der Risikogruppen sein.