"Oh Gott - ich kenne meine eigenen Lieder nicht mehr!", tönt es aus dem Telefonhörer. Udo Langer ist gedanklich schon bei seinem neuen Projekt, einem Konzeptalbum. Dass er den Überblick verloren hat, ist angesichts der vielen Auszeichnungen, die er in den vergangenen fünf Jahren erhalten hat, zu verzeihen. Auf die Frage, wie viele Preise er denn nun schon beim Deutschen Rock- und Pop-Preis gewonnen hat, muss der umtriebige Künstler passen: "Das kann ich beim besten Willen nicht sagen."

Zu den vielen Preisen sind nun vier neue hinzugekommen: Sein aktuelles Album "Jules Vernes Abenteuer" wurde zum besten Musical-Album Deutschlands gewählt, und auch die aufwendige Gestaltung der CD wurde mit einem ersten Preis bedacht. Ein besonderer Song aus seiner Feder über ein "Borkuschter" Original wurde mit zwei dritten Preisen bedacht.

"Das Live-Feeling fehlte"

Doch zunächst steht die Frage nach der Preisverleihung im Raum, die in Corona-Zeiten nicht live in der Siegerlandhalle in Siegen erfolgte, sondern per Post daherkam. Wie fühlt sich das für Langer an?

"Es fehlte die Anspannung und das Live-Feeling, als Sieger auf der Bühne zu stehen und zu musizieren", sagt Langer. Der preisgekrönte Musiker kam gerade vom Einkaufen, als er im Briefkasten ein Schreiben vom Deutschen Rock- und Popmusikerverband vorfand.

Ein "Borkuschter" Urschrei

Der 57-Jährige ahnte, dass sich die Liste der Huldigungen wieder um ein paar Exemplare vermehrt haben dürfte. Den Moment der Freude kostete er zusammen mit seinen Fans im World Wide Web aus, wo er in einem audiovisuellen Studiotagebuch auf der Facebook-Seite seiner Band "Klangfeder" mit stolzgeschwellter Brust aus einem Dankesschreiben verlas: "Lieber Udo, wir gratulieren Euch herzlich zu Eurer Auszeichnung beim 38. Rock- und Pop-Preis."

Auf das förmliche Lob folgte ein "Borkuschter" Urschrei der Freude: "Mensch, in der ,Fraa‘ könnt' ma heut' so schö' feiern." Eine Aussage, in der ein Körnchen Wahrheit steckt. Die zwei eingangs noch nicht genannten Preise hat Langer nämlich einem "Borkuschter" Original zu verdanken: Rita Deuerling, der Wirtin der Burgkunstadter Gastwirtschaft "Zur Fraa".

"Die Fraa meiner Träume"

Langers Lobgesang auf die Gastwirtin "Hey Rita" wurde zum drittbesten Folk-Rock-Song Deutschlands gekürt und Langer zum drittbesten Folk-Rock-Interpreten. Für Langer ist Rita Deuerling ein Mensch, der immer ein Lächeln auf den Lippen hat, oder - wie es im Text wörtlich heißt - "die Fraa meiner Träume". Und wie reagierte die Besungene? "Wir machen einen drauf, wenn die Corona-Krise vorüber ist", entfuhr es ihr spontan, als sie von Langers Preis erfuhr.

Alle Jahre wieder kommt bei Langer nicht das Christkind, sondern der Deutsche Rock- und Pop-Preis. Den Erfolg führt der Burgkunstadter Künstler auf seine Produktivität zurück: "In den 25 Jahren, in denen ich nun schon Musik mache, war ich noch nie so produktiv, wie in den vergangenen fünf Jahren."

Darauf angesprochen, was ihn jedes Mal aufs Neue ansporne, beim Deutschen Rock- und Popmusikerpreis mitzumachen, verweist Langer auf eine alte Fußballerweisheit: "Vor dem Spiel ist nach dem Spiel." Und das gelte auch in der Musik.

Für ihn, sagt Langer, sei es ein Riesengeschenk, Musik machen und Texte schreiben zu dürfen. Der Rock- und Pop-Preis ist für ihn ein Gradmesser, der ihm anzeige, ob er sich auf dem richtigen Wege befindet. "Noch wichtiger, als Fachleute zu begeistern, ist es für mich, Menschen zu berühren", betont er.

Konzeptalbum und Musical

Für das nächste Jahr hat er sich beides vorgenommen. Mit dem Konzeptalbum "A. Die Geschichte der sechs Leben" will er wieder beim Deutschen Rock- und Pop-Preis mitmischen. Und im Herbst 2021 wird sein preisgekröntes Musical "Jules Vernes Abenteuer" seine Live-Premiere im Lichtenfelser Schützenhaus, im Hollfelder Kintopp, im Deutschen Dampflokomotiv-Museum in Neuenmarkt und in einem Hofer Kino feiern. Die genauen Termine werden noch bekanntgegeben.

... und ein Open-Air

Am 23. Mai 2021 will Langer auf der Naturbühne Trebgast seine Wundertüte öffnen, und zum Vorschein soll ein Open-Air mit viel Platz für Fantasie und jeder Menge Überraschungsgästen aus nah und fern kommen.

Langer: "Einmal im Jahr möchte ich meine Fans an einem besonderen Ort in Oberfranken mit einer musikalischen Wundertüte, so der Titel des Konzertes, erfreuen. Den Auftakt macht die Freilichtbühne im Landkreis Kulmbach."