Burgebrach — 1988 folgten 53 Frauen und Männer einem Aufruf von Anna Fischer, der Frau des damaligen Vorsitzenden. Sie wollten eine fränkische, erneuerte Tracht. Nach einem Jahr Planung, Schneidern, Nähen und Sticken konnten im September 1989 stolz die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert werden. 2014 besteht die Trachtengruppe Burgebrach also bereits ein Vierteljahrhundert. Aus diesem Grund feiert der Heimatverein Burgebrach, aus dem die Trachtengruppe hervorgegangen ist, am kommenden Sonntag, 31. August, auf dem historischen Kirchplatz ein Jubiläumsfest.
Großzügig unterstützt hatten die Idee einer Trachtengruppe der Bezirk Oberfranken durch den Trachtenberater Konrad Böhm, sowie das Ehepaar Ruß von der Trachtengruppe Kemmern. Dieter Wächtler leitet die Gruppe engagiert seit Beginn und ist bemüht, allen Wünschen und Veranstaltungen gerecht zu werden. Seitdem repräsentieren die Trachtler den Markt Burgebrach bei vielerlei Gelegenheiten. Ein Glanzpunkt war die Teilnahme am Trachten-Oktoberfestzug in München, sowie mehrere Teilnahmen am fränkischen Trachtenfestzug in Fürth und dem Kilianifest in Würzburg.
Die Tanzgruppe, die sich gebildet hatte, machte eigenen Angaben zufolge in vielen Auftritten eine gute Figur und erhielt stets herzliche Anerkennung. Ein großer Wunsch für die nächsten 25 Jahre ist die Nachwuchsförderung, Singen und Tanzen, damit die fränkische Kultur der Bevölkerung noch viele Jahre Freude bringt. Mittlerweile haben sich weitere junge Leute gefunden, die eine erneuerte Bamberger Tracht tragen und am regionalen öffentlichen Leben teilnehmen.
Und was bewegt heute eigentlich Menschen, sich in Tracht zu kleiden? Bettina und Stefan Lechner von der Trachtengruppe Burgebrach müssen nicht lange überlegen: "Wir fühlen uns als Franken und diese Kleidung ist chic und hebt sich von der Massenkonfektion ab!" Getragen wird die Tracht bei besonderen Gelegenheiten, wie Geburtstagen, Hochzeiten, Familienfesten und der Kerwa, weiß Bettina Lechner.
Die Trachten der Lechners wirken auf den ersten Blick anders als die gewohnten fränkischen Trachten. Welche Idee steckt dahinter? " Wir denken, dass sich die Tracht in gewisser Weise auch ein wenig dem Zeitgeist anpassen muss. Trachten haben sich immer wieder verändert. Die älteren Trachtenträger in unserem Heimatverein haben vor 25 Jahren auch eine damals erneuerte Tracht - vorgegeben durch die Heimatforscher des Bezirks Oberfranken - angeschafft. Es ist sehr erfreulich, dass die erneuerte Bamberger Tracht auch für die Jüngeren attraktiv geworden ist und wir uns im Bamberger Raum, in unserer Heimat, damit identifizieren können."
Und mit welchen Ausgaben muss man bei der Anschaffung einer solchen Tracht rechnen? So eine Tracht ist gar nicht so teuer wie vermutet, erklärt Bettina Lechner. "Es gibt natürlich Qualitätsunterschiede bei den Stoffen. Man sollte aber auf jeden Fall einige Euro mehr investieren. Natürlich muss man mehr ausgeben als für die Landhausmode von der Stange. Was aber der größte Vorteil ist, man hat fast keine Kleidersorgen mehr, denn die Tracht kann ich eigentlich zu jedem Anlass tragen. Gerade Frauen stehen oft vor dem Kleiderschrank. Was zieh ich an? Jetzt habe ich meine Tracht und kann mich darin überall sehen lassen."
Wer jetzt neugierig geworden ist: Der Bezirk Oberfranken hat eine Trachtenberatung im Bauernmuseum in Frensdorf. Dort erfährt man alles über Besonderheiten, Schnitte und Vorgaben. Man erhält auch Informationen beim Heimatverein in Burgebrach. Natürlich kann sich jede/r auch bei der Veranstaltung zum 25. Jubiläum der Trachtengruppe am 31. August informieren.
Bei der Jubiläumsfeier am Sonntag auf dem Platz vor der St. Vitus Kirche sind alle Trachtenfreunde herzlich eingeladen. Der Vorstand hat einen kurzweiligen Festverlauf mit viel Musik, Gesang und Tanz geplant. Besonders für die Kinder wird ein interessantes Unterhaltungsprogramm mit der Möglichkeit zum Mitmachen geboten. PW