Wo früher US-Soldaten Squash spielten, geht es heute hoch hinaus: 12,50 Meter hoch ist die Kletterhalle der Sektion Bad Kissingen im Deutschen Alpenverein (DAV). "Klettern ist ein Boom-Sport", sagt Peter Weber, und: "Klettern ist gut für Körper und Geist, weil man dabei gut abschalten kann". Der 43-Jährige klettert selbst seit rund 15 Jahren und ist beim Bad Kissinger DAV für die Kletterhalle zuständig. "Im Schnitt sind zehn bis 15 Kletterer hier", berichtet er. 14 Routengänge mit je drei Routen stehen zur Auswahl. "Wir versuchen, die alle drei Monate zu wechseln", betont Weber.
Die Geschichte des Hallenkletterns in Bad Kissingen begann im Jahr 2000. Heinz Steidle war damals Vorsitzender, 34 Jahre lang führte er die Sektion, dafür wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Noch heute ist er regelmäßig im DAV-Sektionszentrum am Geschwister-Scholl-Platz und schaut den Kletterern zu. "Das haben wir ohne Firma gebaut, da steckt jede Menge Eigenleistung drin", erinnert er sich an die Erweiterung des Kletterbereichs im Jahr 2009. Die alte, sechs Meter hohe Kletterhalle befindet sich im Eigentum der Stadt, den 12,50 Meter hohen Anbau dagegen hat der Verein selbst errichtet - mit Hilfe vieler Spenden und Sachleistungen von Firmen.
"Wir würden gerne nochmal erweitern", berichtet der aktuelle Vorsitzende Bernd Eisenmann, und: "Manchmal ist die Halle richtig voll, wir haben sehr großen Zuspruch." Schließlich ist die Bad Kissinger DAV-Sektion mit rund 2300 Mitgliedern einer der größten Vereine weit und breit. Zwar gibt es zwischen dem Gemeinschaftsraum und der Kletterhalle bereits jetzt eine Glastür, aber Eisenmann würde das Klettern am liebsten noch direkter erlebbar machen. Von einer Cafeteria aus könnten Besucher noch besser den Sportlern zuschauen.
Eisenmann hofft auch, dass das Klettern ab 2020 vielleicht olympisch wird. "Das wäre natürlich nochmal ein Riesenschub." Die Entscheidung soll diesen Sommer am Rande der Olympischen Spiele fallen. Schon jetzt würden sich die DAV-Sektionen untereinander absprechen, wie man den Sport am besten nach vorne bringt, ohne sich Konkurrenz zu machen. Denn in den vergangenen Jahren sind große Kletterhallen in Fulda, Schweinfurt und Würzburg entstanden - zum Teil mit privaten Betreibern und deshalb auch erheblich teurer.