Freudeneck/Rattelsdorf — Ein neues Steinkreuz auf einem schon vorhandenen Sockel weihte Pfarrer Reinhold Braun beim Kreuzhoffest des Rattelsdorfer Sankt Michaelsvereins und einer Maiandacht ein. Die Besonderheit dabei: Kreuz und Corpus wurden aus einem Stück gemeißelt.
Flurdenkmale, Bildstöcke und Feldkreuze "sind ein Zeichen der Frömmigkeit und bereichern unsere Landschaft und unser Leben", hob der Pfarrer hervor. Dankbar sprach er davon, dass die Nachfahren der Familien Dirauf und Fischer dieses Flurdenkmal wieder in Stand haben setzen lassen.
Pfarrer Braun erinnerte an ein Urteil des höchsten deutschen Gerichts, dass bei einer Klage von Eltern die Kreuze aus den Klassenzimmern entfernt werden müssten. Schon während der Nazizeit habe Hitler versucht, die Kreuze aus den Klassenzimmern zu verbannen. Diese Kruzifixe seien ein religiöses Zeichen, das christliche Werte dokumentiert.
Vor dem Hintergrund, dass der Kreuzhof vom Kreuz wahrscheinlich seinen Namen bekam und die Stifterfamilien eng mit der Geschichte verbunden sind, gab es vom Ersten Vorsitzenden des Sankt Michaelsvereins, Manfred Jungkunz, einen kurzen Rückblick auf die Geschichte des Areals. 1386 wurde zum ersten Mal ein Hof "Kreybicz" urkundlich erwähnt, der spätere Kreuzhof. 1624 war er das Gut eines Hansen Matthesen von Giech. Der ehemalige Gutsbesitzer verlieh 1671 die Güter und Lehen vom Kreuzhof, zu dem auch der Burgstall gehörte, an Andreas Wedel. 1832 war aus dem Gut ein stattlicher Bauernhof geworden. Durch das Versiegen des fast 54 Meter tiefen Brunnes nach 1840 musste das Vieh eine zeitlang vom Graben der Foßhöhe versorgt werden. Der Weg heißt deshalb heute noch Tränkgasse. Da das Wasser immer knapper wurde, wurden die Gebäude 1850 abgebrochen und der Rest nach Baunach verkauft.
Zwei Töchter der neun Wedel-Kinder erbten die Flurstücke. Sie heirateten in die Familie Fischer ein. Maria Fischer heiratete 1938 Heinrich Dirauf aus Zaugendorf. So kommt es, dass ein Teil der damaligen Güter zum Besitz der Familie Fischer, der andere der Familie Dirauf gehört. Heute erinnert nur noch das Steinkreuz an den ehemaligen Bauernhof. Mit Julian Fischer stammte der Ministrant bei der Weihe natürlich aus der Familie Fischer. nr