Die Pfarrgemeinde Tschirn bereitet sich mit umfangreichen Maßnahmen auf das 150. Weihejubiläum ihrer Pfarrkirche im nächsten Jahr vor. Die "neue Kirche", benannt nach St. Jakobus dem Älteren, wurde 1871 eingeweiht und bot ab diesem Zeitpunkt ausreichend Platz für die Gläubigen in Tschirn. Eine Besonderheit war damals der Einbau einer neuen Orgel der Firma Georg Friedrich Steinmeyer - eines der ersten Werke (Opus 98) der berühmten Orgelbaufirma.

Die Kirchenverwaltung Tschirn hat unter der Federführung von Kirchenpfleger Wolfgang Stark bereits vor einigen Jahren eine umfassende Renovierung der Orgel in den Blick genommen. Als Pfarrer Detlef Pötzl im Jahr 2017 in Teuschnitz ansässig wurde und auch die Pfarrergemeinde Tschirn übernahm, wurden die bereits laufenden Planungen weiter vorangetrieben. Mittlerweile wurde die Orgelbaufirma Hemmerlein aus Cadolzburg mit der Renovierung beauftragt. Die Orgel wurde nach Ostern komplett abgebaut und in die Werkstatt nach Cadolzburg transportiert. Geplant ist, dass die renovierte Orgel zum Osterfest im kommenden Jahr wieder eingebaut und betriebsbereit ist.

Der Kostenvoranschlag lag bei 160 000 Euro, zwischenzeitlich hat man allerdings festgestellt, dass die Schäden im Innern größer sind, als vorhersehbar war, und deshalb zusätzliche Reparaturarbeiten in erheblichem Maß notwendig werden. Nach Auskunft des Pfarrers rechnet man mit circa 30 000 Euro. Die Finanzierung trägt die Kirchenstiftung Tschirn. Unterstützung erhält die Kirchenstiftung durch die Erzdiözese Bamberg (32 000 Euro), die Oberfrankenstiftung (20 000 Euro), die Gemeinde Tschirn (16 000 Euro), das Landesamt für Denkmalschutz (15 000 Euro) und den Freistaat Bayern (8000 Euro).

Der verbleibende Eigenanteil der Kirchenstiftung in Höhe von rund 80 000 Euro ist für die kleine Pfarrgemeinde Tschirn eine große Herausforderung. Besonders erfreulich ist, dass in den vergangenen Monaten Spenden der Gläubigen in Höhe von circa 10 000 Euro eingegangen sind. Am Sonntag, 1.August, wird in einem Festgottesdienst mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick das Kirchweihjubiläum gefeiert. Dann wird auch der Segen für die renovierte Orgel gespendet.

Nachdem die Orgel ausgebaut war, hat die Kirchenverwaltung beschlossen, dass der Zeitpunkt günstig wäre, auch eine Innenrenovierung der Pfarrkirche in den Blick zu nehmen. Bei der Vorbereitung war das Erzbischöfliche Bauamt unterstützend tätig. Unter anderem wurden Schadstoffanalysen im Dachboden und im Innenraum durchgeführt. Erfreulicherweise konnten keine Schadstoffe wie Lindan oder Schimmel festgestellt werden. Im Auftrag des Amtes für Denkmalpflege hat ein Fachsachverständiger Vorgaben für den Innenanstrich und die Umsetzung der Renovierungsmaßnahmen erstellt. Eine wertvolle Unterstützung leistet die Verwaltungsleiterin das Seelsorgebereichs Frankenwald, Stephanie Trautendorfer. Sie koordiniert die Kommunikation zwischen Bauamt, Behörden, Architekt und ausführenden Firmen, berät die Kirchenverwaltung und setzt deren Beschlüsse um. Bei den Gewerken Malerarbeiten (Innenanstrich, farbliche Fassung des Chorbogens, der Fenster- und Türbögen, Freilegung des Altarfensters, Reinigung der Kirchengemälde), Restaurierung und Neufassung des Orgelprospekts, Schreinerarbeiten (Erhöhung des Geländers der Orgelempore, Abschleifen und Neufassen des Holzfußbodens und der Holzbrüstung auf der Empore), Erneuerung der Beschallungsanlage, Erneuerung der Elektroinstallation mit Lichtkörper und Beleuchtungskonzept kamen Firmen aus der Region zum Einsatz. Für die Innenrenovierung sind Gesamtkosten in Höhe von rund 205 000 Euro veranschlagt. Es liegt zwar noch kein Zuschussbescheid vor, man geht aber davon aus, dass sich das Erzbistum Bamberg mit einem Zuschuss in Höhe von circa 130 000 Euro beteiligen wird. Der Eigenanteil der Kirchenstiftung beträgt also noch einmal 75 000 Euro.

Zum bevorstehenden Weihnachtsfest wird vieles noch nicht fertig sein. Man ist aber zuversichtlich, an Heiligabend um 20 Uhr die Christmette in der Kirche zu feiern. Das Sitzplatzangebot wird wegen den Bestimmungen der Infektionsschutzverordnung begrenzt sein.

Michael Wunder