Karl-Heinz Hofmann Julia Knauer führt Kinder auf die große Theaterbühne und lehrt sie Gestik, Mimik und Sprache. Rektorin Astrid Kestel nennt es einen absoluten Glücksfall, dass die Theaterpädagogin an der "Glück Auf"-Grundschule Stockheim seit geraumer Zeit mit den Schülern der Ganztagsklassen amüsante und zugleich lehrreiche Theaterstücke einstudiert.

Und man merkt es Knauer an, dass sie viel Spaß am Theater hat und auch daran, Kindern schauspielerische Fähigkeiten zu vermitteln. Für sie wiederum war es ein Glücksfall, dass der Caritas-Kreisverband Kronach jemand suchte, der Theaterprojekte an Schulen betreut. "Und so kam eines zum anderen - ich war erst an anderen Schulen im Landkreis tätig, aber in Reitsch bin ich dann irgendwie hängen geblieben, weil es dort einfach super passt und ich wirklich toll unterstützt werde", erzählt die 28-Jährige freudestrahlend.

Ganz ihre Welt

Man spürt es und sieht es ihr an, dass Theater wohl ihre Welt ist: "Bereits im Kindergarten und in der Grundschule wollte ich bei sämtlichen Aufführungen dabei sein. So richtig los ging es dann im Gymnasium. Ich war Schülerin im Kaspar-Zeuß-Gymnasium und dort von der 9. Klasse bis zum Abitur mit großer Begeisterung in der Theatergruppe dabei. Mit 16 Jahren habe ich außerdem bei den Faust-Festspielen angefangen - erst als Statistin, später dann ab 2010 habe ich meine ersten Sprechrollen bekommen. Da hat es niemanden gewundert, dass ich nach dem Abitur Theater- und Medienwissenschaften und Pädagogik in Erlangen studiert habe und nebenher aber immer auch noch selbst bei den Faust-Festspielen und in der Werkbühne in Kronach auf der Bühne stand", blickt Knauer in die Vergangenheit.

Auch die technische Betreuung durch Siegbert Jakob sei spitze und Astrid Kestel tue ebenfalls alles in ihrer Macht stehende, damit die Aufführungen gelingen. Die Unterstützung sei "wirklich Gold wert, da ich normalerweise nur einmal pro Woche zum Proben in der Schule bin".

Neben Reitsch ist Knauer am KZG für die Fünft- und Sechs tklass-Theatermodule zuständig. Und selbst steht sie natürlich auch noch auf der Bühne bei den Faust-Festspielen in Pegnitz und bei Shakespeare in Ludwigsstadt sowie bei der Werkbühne in Marktrodach.

Mehr als Freizeitspaß

"Theater ist pädagogisch sehr wertvoll - gerade, aber nicht nur für Kinder. Ich beobachte immer wieder, dass einige Schüler auf der Bühne so richtig aus sich herauskommen." Oft seien es vor allem diejenigen, die normalerweise eher schüchtern sind, die auf der Bühne über sich hinauswachsen. Und wenn sie dann nach der Aufführung mit Applaus belohnt werden, sei das ein riesiger Schub fürs Selbstbewusstsein. Darüber hinaus trainiere Theater das Gehirn und die Merkfähigkeit, weil man seinen Text auswendig lernen müsse.

Auch da erlebe man oft Überraschungen, dass Kinder, von denen man es eigentlich nicht so erwartet hätte, auf einmal als Erste den Text auswendig können. Einfach, weil sie mit vollem Herzen dabei sind.

Und, was eigentlich das Allerwichtigste sei: "Es macht einfach unglaublich viel Spaß, und die Kinder sind da wirklich mit großer Begeisterung bei der Sache. Und irgendwie werden die kleinen Schauspieler vom Theatervirus auch während der Proben angesteckt und zeigen Ehrgeiz und Engagement."

Bürgermeister Rainer Detsch ist begeisterter Stammzuschauer der Theaterstücke an der Grundschule. Er dankt Julia Knauer für die hervorragende Arbeit, immer wieder anspruchsvolle Stücke mit den Kindern einzustudieren und aufzuführen. Der Einsatz lohne sich, wie die hervorragenden Darbietungen zeigten.

Knauer macht den Kindern Mut und ihr gelingt es, den Kinder gesundes Selbstvertrauen zu geben. Das merkt man bei den Aufführungen, denn die Darsteller spielen ihre Rollen einfach fantastisch selbstsicher. eh