von unserem Redaktionsmitglied 
Matthias Einwag

Lichtenfels — Eine der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt ist gesperrt: Die Köstener Straße, zugleich Kreisstraße LIF 2. Über dieses Nadelöhr ist die Stadt an die A 73 angebunden. Pendler und Busse, Zulieferer und Besucher des Fachmarktzentrums sowie des Gewerbegebiets in der Mainau sind über diese Straße an die Autobahn angebunden. Bis einschließlich 30. Juni wird die Köstener Straße zunächst gesperrt bleiben. In einer zweiten Bauphase muss die Straße dann vom 21. September bis 27. November erneut dicht gemacht werden.
Grund für die Sperrungen ist der Bau eines Regenüberlaufbeckens und eines umfangreichen, großvolumigen Kanals in diesem Bereich. Doch warum erfolgte die Sperrung der verkehrsreichen Straße so kurzfristig? Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) und Stadtbaumeister Jürgen Graßinger erklären die Gründe.

Teilsperrung wäre langwieriger

Die Vorwarnzeit sei sehr kurz gewesen, sagt Bürgermeister Hügerich. Am 19. Mai traf ein Schreiben des Landratsamts bei der Stadt ein, in dem mitgeteilt wurde, dass die Baufirma eine Vollsperrung der Kreisstraße LIF 2 beantragt habe, sagt Andreas Hügerich. Vorausgegangen seien Sondierungen, ob der Bau des Regenüberlaufbeckens und der Kanalisation über eine Teilsperrung zu realisieren wäre. Es habe sich aber herauskristallisieert, dass das nicht hinzukriegen sei, sagt Andreas Hügerich.
Am 1. Juni sei die Genehmigung zur Vollsperrung erteilt worden. Stadtbaumeister Graßinger erklärt, die Stadtverwaltung habe alle Hände voll zu tun gehabt, die betroffenen Firmen direkt und zeitnah zu informieren, die Busfahrpläne abzuändern und die Baustelle organisatorisch vorzubereiten. Weil die Kreisstraße LIF 2 direkt an die A 73 angebunden ist, sei eine Sperrung nur in Abstimmung mit der Autobahndirektion möglich - und die setze dafür enge Grenzen. Eine Sperrung während der Ferienzeit werde jedenfalls nicht toleriert, weil die Kreisstraße notfalls als Umleitung genutzt werden müsse, wenn die Autobahn durch einen Unfall oder Stau unpassierbar werde.

Drei Gründe für die Vollsperrung

"Ich weiß, es ist eine Belastung für die Firmen und die Bürgerschaft", fährt Hügerich fort, "aber eigentlich sehen wir durch die Vollsperrung mehr Vorteile für die Stadt und die Bevölkerung". Dafür nennt er drei Gründe: Zum einen lasse sich die Lücke des Radwegs zwischen der Kreuzung Coburger/Köste ner Straße und dem Jugendzentrum schließen. Der Radwegbau wäre ohne die Vollsperrung nicht möglich gewesen. Zweitens spare die Stadt zwischen 80 000 und 100 000 Euro, weil der Landkreis die Asphaltierung der Köstener Straße übernehme. Diese Asphaltierung sei parallel zum Bau des Regenwasserüberlaufbeckens in einem Zug möglich - andernfalls hätte die Köste ner Straße im Mai 2016 noch einmal gesperrt werden müssen. Drittens sei durch die Vollsperrung eine Bauzeitverkürzung um etwa acht Wochen erzielbar.

Zufahrt zum Kindergarten offen

Durch eine geänderte Schaltzeit der Ampel an der Kreuzung Coburger/Köstener Straße sei es gelungen, den Verkehr hier schneller abfließen zu lassen, sagt Jürgen Graßinger. Außerdem sei die Zufahrt zum St.-Franziskus-Kindergarten von Kösten her möglich; die Stadt habe zudem einen Kfz-Stellplatz geschottert, damit die Eltern ihre Autos dort abstellen können.
Dass die Köstener Straße ab 21. September (einen Tag nach dem Korbmarkt) bis 27. November noch einmal gesperrt werden müsse, liege daran, dass die einzelnen Gewerke nur nacheinander ausgeführt werden können. Stadtverwaltung und Stadtwerke, sagt Graßinger, hätten sich deshalb abgestimmt. Außerdem müsse das Ende der Sommerferien abgewartet werden.