Für reichlich Diskussionsstoff sorgte in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Reckendorf die Anbringung von Warnbaken in der Bahnhofstraße östlich von der Bahnlinie. Die Beobachtung hatte gezeigt, dass sie mehr hindern, als dass sie nützen würden, bilanzierte Gemeinderat Frank Güthlein (WBFW). Markus Sippel und Zweiter Bürgermeister Jürgen Baum (beide WBFW) schlugen vor, nur eine Bake auf der Höhe des Schildes rechts vom Berg hinunter anzubringen, und Gerhard Pförtsch (CSU) erinnerte daran, dass durch die Geschwindigkeitsreduzierung auf 10 km/h beim Bahnübergang bereits eine Verkehrsberuhigung vorliege.

Bernhard Müller (SPD) nahm den Vorschlag auf, den Verkehr mit einer Bake einzuschränken, und die Anwohner nach dem Ergebnis zu befragen, bevor ein endgültiger Beschluss gefasst werden solle. Die Diskussion ergab, dass der Sachverhalt dem Bauausschuss nach einer Probezeit mit einer Bake wieder vorgelegt werden soll. Die Bauarbeiten am östlichen Teil der Bahnhofstraße sind im Gange, der Bereich vom Bahnübergang bis zur Friedenstraße wird bis Ende September für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Diskussion um Klärschlamm

Ein Thema, welches bereits im Vorfeld der Kommunalwahlen die Reckendorfer Gemüter heftig bewegt hatte, nämlich die thermische Klärschlammentsorgung im Landkreis Bamberg, könnte mit der Herstellung einer Klärschlammtrocknungsanlage der Regionalwerke Bamberg GmbH für die Gemeinde Reckendorf eine zufriedenstellende Lösung darstellen. Bedauerlicherweise wurden vom Gremiumsvorsitzenden keine weiteren Details an die gespannten Zuhörer verraten, und auch auf Nachfrage wurden diesbezüglich keine weiteren Informationen preisgegeben.

Bevor eine Grundsatzentscheidung getroffen werden sollte, gab Bürgermeister Manfred Deinlein (SPD) die Diskussion frei. So sah es Gemeinderat Erwin Wahl (CSU) als positiv an, die Sache endlich voranzutreiben. Markus Sippel (WBFW) fragte nach, ob bestehende Verträge bezüglich der Klärschlammausbringung vorhanden seien, was der Bürgermeister verneinte: Der Klärschlamm werde gepresst und die Entwässerung wieder in das Klärbecken zurückgeführt.

Daraufhin meinte Bernhard Müller (SPD) provokant: "Wenn unser Klärschlamm so gut ist, warum verlangen wir dafür kein Geld?" Bevor Bürgermeister Deinlein die Beschlussvorlage formulieren konnte, ob sich die Gemeinde an dem Konzept der Regionalwerke beteiligen wolle, fragte Gemeinderat Hartwig Pieler (CSU) nach: "Was machen wir bis dahin? Wo wollen wir hin? Wir wollen raus? Also bringen wir es aus wie bisher?"

Eine Gewissheit für das Regionalwerkekonzept sei erst für das dritte Quartal 2021 zu erwarten. Gemeinderat Niklas Klose (SPD) war der Meinung, man solle es weiter ausbringen. Markus Sippel (WBFW) mahnte, "man müsse es voranbringen", weshalb Gerhard Pförtsch (CSU) vorschlug, eine Interimslösung zu suchen und darüber abzustimmen.

Auch Gemeinderatsneuling Frank Güthlein (WBFW) wollte sich vergewissern, ob die Kosten für das Verbrennen oder andere Konzepte identisch seien, so dass er darum bat, die Informationsunterlagen aus der April-Sitzung zu erhalten, und zwei Angebote einzuholen. Matthias Demling (SPD) erinnerte daran, eventuelle Mehrkosten gegen die Tatsache abzuwägen, dass durch eine saubere Lösung die Umwelt weniger verschmutzt werde. Der abschließende Grundsatzbeschluss, sich an dem Konzept der Regionalwerke GmbH zu beteiligen, wurde schließlich einstimmig verabschiedet.

Gehsteigbreite bleibt

Mit sichtlicher Freude hatte Erster Bürgermeister Manfred Deinlein (SPD) in seinem Kurzbericht zu Beginn der Gemeinderatssitzung von einer Ortseinsicht informiert, welche am 18. Mai an der B 279 in der Reckendorfer Hauptstraße, auf Höhe der Anwesen "Weinstube Gundelsheimer" und "Merzbacher" stattfand.

Im Beisein der stellvertretenden Amtsleiterin Kathrin Roth und Michael Raab, beide Staatliches Straßenbauamt Bamberg, sowie Ing. Ingo Jacobsen und Dipl.-Ing. Matthias Strunz von der gleichnamigen Planungsgruppe (Bamberg) wurde signalisiert, dass der dort verlaufende Gehsteig eine Breite von 1,10 Meter erhalten solle. Somit wäre der Weg für Kinderwagen, Rollstühle und Rollatoren zu passieren. Vor der Umsetzung wurde das Ingenieurbüro Strunz beauftragt, eine Konzeptskizze aufzusetzen.

Die Fahrbahn solle auf dieser Höhe einstweilen mit Baken auf eine Breite von 5,5 Meter verengt werden, bis die Umsetzung als barrierefreier Gehweg bis zum Jahr 2023 erfolgen kann, hieß es.