von unserem Mitarbeiter Markus Häggberg

Bad Staffelstein — Anton Stickert gesteht: "So warm, dass man verrecken könnte." Er hat unter seinem Helm und Kettenhemd mit den Temperaturen zu kämpfen. Der 13-Jährige aus Neuhof bei Coburg bildet mit seinem gleichaltrigen Coburger Freund Leo Weigle das Siegerduo des Kostümwettbewerbs für Kinder.
Leo war nicht kühler, aber die Jungs freuten sich über ihre Preise: Eintrittskarten für ein Schwimmbad und jede Menge Süßigkeiten.
Anna Hess muss sich ihrer Haut erwehren. Die "Ritterin" fichtst in den Programmpausen auf der Hauptbühne mit ihrem Holzschwert gegen drei ausgelassene Jungs an und wird des Herumtollens nicht müde. Kurze Zeit zuvor landete die Achtjährige aus Bad Staffelstein unter den drei bestkostümierten Rängen. Wobei: Von Kostüm, so ihr Vater Michael, dürfe man gar nicht reden - Gewand sei zutreffender. Der Mann muss es wissen, war er doch Zeremonienmeister einer kleinen Veranstaltung vor dem Rathaus, bei der fünf Vertreter des Magistrats - altertümlich gewandete Stadträte - über kleidungstechnische Originalität befanden.
Kleine Hinweise zu jener Originalität erhielten sie von Michael Hess, der, vor Jahren Spielberater des historischen Altstadtspiels, Einblicke in die Kleiderordnung des Mittelalters erhielt. Er lobte die Gugel des 14-jährigen Elias Hertel aus Frauendorf. "Gugel" meint Kapuze, angebracht an einem mittelalterlichen Alltagsgewand für Männer. Zirka 15 Kinder waren es, die dem Magistrat die Qual der Wahl abverlangten. Während Anna und Elias nach der Prämierung noch lange in ihren Kostümen blieben, lechzten Anton und Leo danach, sich kommoder zu kleiden.
Erstmalig waren die Jungs aus dem Coburger Raum auf dem Altstadtfest und ihr Kostüm traf ins Schwarze. Bei Leo hat das erklärbare Gründe: "Mein Papa macht Schaukämpfe als Ritter", sagt Leo. Sein Freund Anton ist weniger vorbelastet: "Mein Papa ist Bürohocker."