Oberaurach — Nachdem der erste Ausbau-Abschnitt für schnelles Internet in Oberaurach seinem Abschluss entgegen geht, können im Frühjahr die Arbeiten für den zweiten beginnen. Oberaurachs Bürgermeister Thomas Sechser (CSU) unterzeichnete am Freitag im Rathaus den Kooperationsvertrag mit der Telekom und der Überlandzentrale Lülsfeld. Spätestens im Dezember des kommenden Jahres sollen dann auch die rund 500 Haushalte in Unter-, Ober- und Neuschleichach sowie in Nützelsbach Geschwindigkeiten von bis zu 50 MBit/s nutzen können.


Gemeinde zahlt mit

Die Telekom will dafür rund 1,1 Kilometer Glasfaserkabel verlegen lassen und ein Multifunktionsgehäuse mit neuester Technik aufstellen. Das Netz soll dann so leistungsstark sein, dass in den Haushalten Telefonieren, Surfen und Fernsehen per Internet gleichzeitig möglich sind.
In einer Flächengemeinde wie Oberaurach ist für einen Anbieter die Versorgung mit schnellem Internet nicht kostendeckend. Um dennoch auch das "flache Land" zu versorgen, wurden Förderprogramme aufgelegt. Die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke beläuft sich für den zweiten Verfahrensabschnitt in Oberaurach auf knapp 230 000 Euro. Am 13. Oktober übergab Bayerns Landesentwicklungs- und Heimatminister Markus Söder (CSU) den Förderbescheid an Bürgermeister Thomas Sechser (CSU).
Die Fördermittel belaufen sich auf 183 346 Euro, sodass die Gemeinde noch knapp 46 000 Euro aus Eigenmitteln beisteuern muss. Sechser zeigte sich erfeut darüber, dass auch für den zweiten Ausbauabschnitt die Telekom den Zuschlag erhielt und dass nun auch in den letzten vier Gemeindeteilen der Ausbau stattfinden kann. "Für Familien, Arbeitnehmer mit Home Office, Selbstständige und unsere Unternehmen bringt schnelles Internet enorme Vorteile", sagte er. "Schnelles Internet ist ein wichtiger Standortvorteil, der sich auch positiv auf den Wert einer Immobilie auswirkt."
Marion Thüngen, Vertriebsbeauftragte der Telekom, dankte der Gemeinde für das Vertrauen und stellte die Vorplanung vor. Die Telekom steige nun in die Feinplanung ein, wähle parallel eine Tiefbau-Firma aus, bestelle das Material und hole die Baugenehmigungen ein, um im Frühjahr umgehend beginnen zu können. Sobald alle Leitungen verlegt und das Multifunktionsgehäuse aufgestellt sind, soll die Anbindung ans Netz der Telekom erfolgen. In der Regel können die Kunden zwölf Monate nach Vertragsunterzeichnung die neuen Anschlüsse nutzen.
VDSL ist eine Breitbandtechnologie, die für die Übertragung von Daten eine Kombination aus Kupfer- und Glasfaserleitungen nutzt. Es unterscheidet sich von DSL (Digital Subscriber Line) durch deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten. Mit VDSL wird derzeit eine Übertragungsrate von bis zu 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) beim Herunterladen (Download) erreicht. Ein DSL-Anschluss, wie er im Raum Schleichach bisher zur Verfügung steht, schafft derzeit nur bis zu 16 MBit/s.


Mini-Vermittlungsstellen

Je näher die Glasfaserleitung an die Kundenanschlüsse heranreicht, desto höher ist das Tempo. Deshalb verlegt die Telekom jetzt Glasfaser bis in die Multifunktionsgehäuse (MFG). Dies sind große, graue Kästen, die überall am Straßenrand stehen - quasi Mini-Vermittlungsstellen. Darin wird das Lichtsignal in ein elektronisches Signal umgewandelt und über das bestehende Kupferleitungsnetz zum Anschluss des Kunden übertragen.


Schnellere Ladezeiten

Für das einfache Surfen im Internet, das Lesen von E-Mails und selbst für das Herunterladen von einzelnen Musiktiteln reichen DSL-Geschwindigkeiten. Mit VDSL ist jedoch mehr möglich, etwa Telefonieren, Surfen und Fernsehen per Internet gleichzeitig. Die hohe Datenrate verkürzt die Ladezeiten von Webseiten und Dokumenten erheblich und Streaming-Angebote von Musikanbietern und Videoportalen laufen ruckelfrei.
Beratung gibt es im Internet (unter www.telekom.de/breitbandausbau-deutschland). sw