Wie schon in der letzten Sitzung von Bürgermeister Sascha Günther (CSU) angekündigt, musste sich das Gemeindegremium erneut mit einem Antrag auf Geschwindigkeitsbeschränkung im Geracher Innerortsbereich beschäftigen. Anwohner des Priegendorfer Wegs hätten festgestellt, so das Antragsschreiben, dass dort hohe Geschwindigkeiten gefahren würden, weshalb bei den Ein- und Ausfahrten der Anlieger unter anderem Fußgänger, insbesondere Frauen mit Kinderwagen, und Radfahrer stark gefährdet seien. Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, wird von neun Anwohnern eine Herabsetzung der Ortsgeschwindigkeit in diesem Bereich auf 30 km/h beantragt.

Obwohl der Gemeinderat allgemein dahin tendierte, für den ganzen Innerortsbereich "Zone 30 km/h" anzuordnen, war man sich bewusst, dass die dann daraus resultierende "Rechts vor Links"-Regelung gerade im Winter in Gerach aufgrund der hügeligen Lage zu gefährlich und somit nicht umzusetzen sei. In Ebern oder Reckendorf, wo die Tempodrosselung bereits ausgewiesen ist, gebe es nicht so steile Straßen.

Keine rechtliche Grundlage

Für die Markierung müssten, so der Bürgermeister, allein für den Reckendorfer Weg elf Schilder angebracht werden, in der Brunnäckerstraße vier. Gemeinderat Rolf Baier (UWG) erinnerte an einen früheren Kostenvoranschlag, dass man einmal für eine derartige Maßnahme 2800 Euro angesetzt hatte. Eine Beschilderung mit "Freiwillig 30" besitze nach der Straßenverkehrsordnung keine rechtliche Grundlage, so erinnerte Gemeinderat Gerhard Ellner (SPD) an frühere Erfahrungsaustausche. Auch die Markierung mit "30er-Zahlen" auf der Fahrbahn, so der Vorschlag von Rolf Baier (UWB), und Haltelinien an den Kreuzungen, wie in Reckendorf angebracht, werden vom Gesetz aus nicht legitimiert. Einig war man sich, dass man in Gerach keinen "Schilderwald" wolle.

Hoffnungen setze man hingegen auf die derzeitige Debatte im Bundestag, eine Geschwindigkeit von 30 km/h in allen Innenortsbereichen einzuführen. Wie im Verlauf der Diskussion herausgearbeitet wurde, handelte es sich jedoch am Priegendorfer Weg nur um eine Gefahrenstelle in Höhe Hausnummer 16. Das Anbringen eines Spiegels wurde gedanklich verworfen, da, wie Beobachtungen an der Friedrichstraße gezeigt hätten, die Oberfläche beschlagen würde, obwohl sie das laut Hersteller nicht dürfe. Schließlich schlug der Bürgermeister vor, dort ein Verkehrszeichen "Achtung, gefährliche Ausfahrt" anzubringen, was dann auch mit einer Gegenstimme so beschlossen wurde.