Ausführlich wurde der Gemeinderat Sand in seiner Sitzung am Dienstagabend über die unberechtigte Nutzung und Beschädigungen eines Flurweges informiert. Verursacher ist offenbar die in Sand tätige Kiesabbaufirma. Das Thema hat Brisanz, denn die betroffene und im Gemeinderat kritisierte Firma möchte weitere Flächen für die Sand- und Kiesausbeute gewinnen. Dagegen sind alle drei Fraktionen im Gemeinderat und auch eine große Mehrheit der Bürger.


Anzeige bei der Polizei

Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD) führte zum aktuellen Geschehen an, dass die Gemeinde durch Mark Werner und Heinrich Schmitt über Fahrten der Kiesabbaufirma auf dem "Auweg" in der Wörther Flur in Kenntnis gesetzt wurde. Daraufhin habe er, Bernhard Ruß, am 13. März Anzeige bei der Polizei in Haßfurt erstattet und die Wegebenutzung durch die Firma an das Bergamt in Bayreuth (Regierung von Oberfranken) gemeldet.
Das Bergamt sehe die Nutzung des Weges als eine privatrechtliche Angelegenheit zwischen der Gemeinde und dem Unternehmen an, sagte Ruß. Die Behörde wolle aber wegen einer reibungslosen Abwicklung der Kiesausbeute zwischen der Gemeinde und der Firma vermitteln, so der Bürgermeister.
Ruß nahm Kontakt mit der Firma auf. Inzwischen fand auch ein Ortstermin statt, wie es im Gemeinderat hieß. Ruß kritisierte nach eigenen Angaben beim Ortstermin, dass durch die widerrechtliche Benutzung die Wege nicht nur sehr stark verschmutzt, sondern auch die Randbereiche des Flurweges beschädigt würden. Die von der Firma zugesagte Reinigung habe wenig Wirkung gebracht und sei kaum zu erkennen gewesen. Der Bürgermeister hat nach eigenen Angaben weiter moniert, dass ein defekter Bagger seit Monaten neben dem Flurweg steht. Um diesen Bagger zu umfahren, hätten die Lkw im vergangenen Dezember ebenfalls den Flurweg genutzt.
Bernhard Ruß zitierte im Gemeinderat aus der Vereinbarung zwischen der Gemeinde und der Firma: "Die Gemeinde kann im Einzelfall eine Sondergenehmigung erteilen. Diese Genehmigungen sind jedoch mit der Auflage verbunden, dass die bei dieser Nutzung entstehende Schäden ersetzt werden müssen." Hätte sich das Unternehmen daran gehalten, hätte man sich Ärger ersparen können, meinte der Bürgermeister.


Entschuldigung

Zwischenzeitlich habe sich der Geschäftsführer der Firma für das Verhalten seiner Fahrer entschuldigt. Er werde dafür sorgen, dass der Weg ordentlich gereinigt wird. Außerdem werde die Firma die geschotterte Fahrspur entlang des Weges wieder in Ordnung bringen beziehungsweise weiter verlängern lassen, so dass eine Benutzung des Flurweges nicht mehr erforderlich ist. Der defekte Bagger werde entfernt, wurde weiterhin versichert. Bernhard Ruß kündigte an, nach einer ordentlichen Reinigung des Weges eine erneute Schadensaufnahme zu machen. Auch habe er beim Ortstermin weitere Zahlungsforderungen gegenüber der Kiesabbaufirma angekündigt.
Die mit dem Gemeinderat abgestimmte weitere Vorgehensweise der Gemeinde Sand sieht folgende Punkte vor: Die Firma sorgt für eine ordentliche Reinigung des Flurweges. Nach der Reinigung wird eine Feststellung im Blick auf eventuelle weitere Beschädigungen vorgenommen. Die Gemeinde meldet vorab Entschädigungsforderungen an. Die geschotterte Fahrbahn neben dem Flurweg soll erneuert beziehungsweise verlängert werden, so dass das Befahren des Flurweges in der Sander Flur nicht mehr erforderlich wird.