D er Markt Burkardroth betreibt bei seinen Investitionen am Sirenennetz ein Spiel auf die Bank. Schlimmstenfalls kommen auf die Kommune hohe Kosten zu. Niemand scheint dort über den Zustand der Sirenen in allen 12 Ortsteilen Bescheid zu wissen. Wie wahrscheinlich es ist, dass der Markt Burkardroth tatsächlich über 88 000 Euro zahlen muss, lässt sich genauso wenig beurteilen, wie die Wahrscheinlichkeit, dass die Kommune bestenfalls mit einem Eigenanteil von rund 10 000 Euro davon kommt.

Der grundsätzliche Entschluss, das Warnsystem zu erneuern, ist lobenswert. Aber: Der Beschluss stochert zu weiten Teilen im Nebel. Zu groß ist die Spanne zwischen besten- und schlimmstenfalls bei diesem Beschluss. Und: Mandatsträger sollten wissen, über welche Summen sie eigentlich genau abstimmen. Zwar nagt der Markt Burkardroth nicht am Hungertuch, ist aber dennoch dazu angehalten vernünftig zu wirtschaften. Das Argument des Bürgermeisters Daniel Wehner (CSU), dass eine Prüfung der Sirenen durch eine externe Firma wenig bringt, ist valide und gerechtfertigt. So entstünden nur weitere Mehrkosten. Denn an einer kaputten Sirene ändert die Gewissheit über den Schaden nichts.

Ins Blaue hinein zu wirtschaften ist trotzdem nicht die bestmögliche Lösung. Insbesondere wenn der Ausgang der Geschichte offen ist. Beschlüsse sollten scharf und möglichst konkret gefasst sein. Ist das nicht der Fall, schafft das bei den Einwohnern vor allem Unverständnis gegenüber den Mandatsträgern und deren Entscheidungen.

Dem Beschluss zur Ertüchtigung der Sirenen hätte diese Schärfe gut gestanden. Eine Möglichkeit dazu hätte es gegeben. Und das ganz ohne ein externes Gutachten einer Firma. Denn: Die Sirenen sind meistens an Gebäuden verbaut. Zu diesen gibt es Baupläne mit einem entsprechenden Datum. Die Kommune hat die Möglichkeit, ohne beauftragte Firma eine Schwerpunktliste anhand der Fakten aus den Plänen zu erstellen. Es ist davon auszugehen, dass Schäden durch Korrosion oder Wettereinflüsse bei älteren Sirenen und deren Halterungen wohl wahrscheinlicher als bei den neueren Anlagen sind.

Mit dieser Liste hätte sich zumindest eine Wahrscheinlichkeitsrechnung aufmachen lassen, bei der die Gremiumsmitglieder eine konkretere Vorstellung über die möglicherweise anfallenden Kosten gehabt hätten. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Die Entscheidung des Ferienausschusses hätten die Einwohner besser nachvollziehen können.

J.Schlereth@infranken.de