von unserer Mitarbeiterin Pauline Lindner

Röttenbach — Ursprünglich war Röttenbach ein Straßendorf entlang der Hauptstraße. Im Osten erstreckten sich Weiher am Bachlauf. Noch weiter östlich, den Hang hinauf, entstanden vor einigen Jahrzehnten die ersten Neubaugebiete. Die Mitte des heutigen Siedlungsgebiets ist vergleichsweise unterentwickelt. Einzig Rathaus und Bauhof wurden "mittig" auf einem früheren Weiher gebaut. Der Bach bildet das "grüne Rückgrat der Gemeinde", so André Schuster vom Bauamt. Unter dem Begriff Lebensader Röttenbach soll der Ort aufgewertet werden. Das Projekt wurde bereits 2013 gestartet. Im Laufe des Jahres 2014 trafen sich interessierte Bürger zur Dorfwerkstatt, wo Ideen und Anregungen gesammelt wurden, aus denen ein Grobkonzept entstand.


Rathausplatz als Treffpunkt

"Die Dorfwerkstatt war die optimale Möglichkeit, Bürger im Vorfeld zu beteiligen", sagt Bürgermeister Ludwig Wahl (FW) rückblickend. Eine der damaligen Vorschläge ist bereits fest verankert: ein Radweg, der die Kirche im Norden mit dem Rathaus in der Mitte verbindet. Dann können Radler ungefährdet den Ort in Nordsüd-Richtung durchqueren, denn nördlich der Kirche ist das Radwegnetz schon komplett gebaut. In einem späteren Abschnitt soll das Netz auch nach Süden bis an den Ortsausgang beim Sportgelände ausgebaut werden.
Zentrum der Ideensammlung war die Umgestaltung des Rathausplatzes. Er soll als Treffpunkt und Ortsmittelpunkt dienen, als Festplatz und Veranstaltungsraum, aber auch mit ausreichend Parkplatz.
Mit diesem Vorhaben wandte sich die Gemeinde an die Städtebauförderung. Für 2015 erhielt sie 30 000 Euro für die Planungen. Diese müssen nun wieder eingereicht werden, um auch für die Ausführung Fördermittel zu erhalten. "Ich gehe davon aus, dass wir sie erhalten", so Wahl.
Nach den vorliegenden Plänen kommt die Umgestaltung auf rund 800 000 Euro für eine Fläche von rund 5500 Quadratmetern. Bei einem Fördersatz von 60 Prozent beträgt der Eigenanteil der Kommune rund 320 000 Euro.
Mit der Umgestaltung soll eine Öffnung des Rathauses zum Platz hin erfolgen, erläutert André Schuster. Wichtigstes Detail ist dabei eine breite Treppe und ein barrierefreier Zugang. Vor der Bücherei im Erdgeschoss des Rathauses wird ein Wintergarten errichtet und daneben eine große Terrasse gebaut. Ein Halbkreis mit Sitzbänken, Blumenbeeten und einem Wasserspiel sollen das Ambiente abrunden. Daraus soll eine Art Büchereicafé als Treffpunkt entstehen. Der Straßencharakter der Ringstraße soll vor dem Rathaus aufgelöst werden. Bäume am Rand dienen dazu, ebenso eine Ausweisung eines Radwegs, der in einem zweiten Abschnitt der Lebensader Röttenbach entlang des Baches fortgesetzt werden soll.