Sabine Memmel

Von einem bloßen Spielplatz wollte von den Gemeinderäten bei ihrer Sitzung am Mittwoch keiner mehr reden. Die geplante Anlage im derzeit entstehenden Neubaugebiet am Reuthsee sei bei der Dimension von Platz und Spielgeräten vielmehr ein kompletter Spielpark. Da waren sich alle einig.
Überdachter Sandkasten mit Rutsche, Trampolin, Reckstangen, Nestschaukel, Tischtennisplatte, Slackline, Seilbahn, eine BMX- und Skateparkanlage - dem Bewegungs- und Spieldrang der Kinder sollen hier keine Grenzen gesetzt sein. Die Kosten übernimmt komplett der Investor der 500 neuen Reihenhäuser. Willkommen sind ausdrücklich nicht nur die Kinder dieser neuen Siedlung. "Die Anlage soll von jedem genutzt werden", betonte Bürgermeister Karsten Fischkal (FW).


Zu Fuß zum Abenteuerpark

Einziges Manko: Das Gebiet befindet sich in einem recht lehmigen und somit feuchten Bereich. "Der Boden wird deshalb abgetragen. Stattdessen kommt eine neue Schicht oben drauf. Das Ganze soll dann höher liegen, so dass die Anlage nicht gefährdet ist, mal unter Wasser zu stehen", erklärte Fischkal. Der damit verbundene finanzielle Aufwand sei für den Investor enorm hoch. Auch die Notwendigkeit einer Drainage werde derzeit noch geprüft.
Norbert Birkner (FW) wunderte sich, warum keine Parkplätze vorgesehen sind. "Das haben wir ganz bewusst so entschieden. Die Leute sollen dort hinlaufen", erwiderte Fischkal. Wer dennoch mit dem Auto komme, könne auch in der Nähe vom Eisweiher parken. Birkner fragte sich außerdem, wer die Anlage künftig pflegen solle und ob das mit dem Bauhof abgesprochen sei: "Das ist ein enormer Aufwand. Da können wir noch jemanden einstellen." Fischkal erinnerte an den gemeinsamen Beschluss, bei dem man sich einig war, dass diese Parkanlage notwendig ist: "Es kommt ja nicht nur der Spielplatz. Die gesamte Gemeinde wächst und damit auch die Aufgaben." Ab Ende Juli würden jede Woche acht Familien neu nach Adelsdorf ziehen. "Das ist auch für das Einwohnermeldeamt eine sportliche Herausforderung."
Doch nicht nur der neue Abenteuerpark beschäftigte die Gemeinderäte. Auch in die bereits existierenden Spielplätze soll investiert werden. Einige Geräte müssen weg und ausgetauscht werden. Das ergab eine Prüfung des kommunalen Unfall- und Versicherungsverbands Anfang des Jahres.
Die Gemeinde stemmt diese außerplanmäßige Ausgabe mit Mitteln, die im Haushalt ursprünglich für den Straßenunterhalt vorgesehen waren und jetzt übrig sind. Darauf einigten sich die Räte einstimmig. 47 000 Euro würden die neuen Geräte insgesamt in Anspruch nehmen (siehe Infokasten). Eine Ausschreibung für die Anlage am Europaplatz hat bereits stattgefunden, der günstigste Anbieter ist bereits gefunden. Von ihm sollen auch die Geräte für die übrigen Spielplätze gekauft werden. Die Garantie liege dann bei 15 Jahren.
"Die Spielplätze haben alle einen guten Zulauf. Da sind immer Kinder mit ihren Mamas. Das Geld ist gut angelegt", fand Marion Bierlein (FW). Auch Tim Scheppe, Ortssprecher der Ortsteile Lauf, Weppersdorf und Wiesendorf, stimmte ihr zu: "Das ist ein Haufen Geld. Aber wenn wir das in unsere Kinder investieren, ist das eine gute Sache."
Der Seniorenbeauftragte Georg Hammer, der im Publikum die Diskussion verfolgte, regte an, auch an Geräte für Senioren zu denken und somit die Generationen miteinander zu verbinden. Er könnte sich vorstellen, Geräte aus dem Bewegungspark am Eisweiher auf die Spielplätze zu verteilen. "Dieser Park war bezuschusst, den können wir nicht einfach verlegen. Zumal es von Senioren ohnehin kaum genutzt wird", stellte Fischkal fest. Über fest angebrachte Gesellschaftsspiele wie Mühle oder Schach wolle man aber nachdenken.