Günther Geiling Die Neukalkulation der Abwassergebühren stand im Mittelpunkt der Sitzung des Marktgemeinderates Rentweinsdorf. Das Ergebnis: Die Gebühren werden angehoben. Bisherige Kostenunterdeckungen, eine geringere Einleitungsmenge sowie allgemeine Preissteigerungen führten dazu, dass sowohl die Grundgebühr (auf 42 Euro) als auch die Einleitungsgebühr (auf 3,12 Euro je Kubikmeter) erhöht werden müssen. Diese Zahlen gelten für Rentweinsdorf und die Orte, die an die Hauptkläranlage (Ebern) angeschlossen sind. Für Salmsdorf (eigenes Klärwerk) wurden andere Gebühren festgesetzt.

Kämmerer Horst Junge von der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Ebern erläuterte den Sachverhalt. Er erinnerte daran, dass die letzte Kalkulation der Kanalgebühren für Rentweinsdorf, Gräfenholz, Lind, Losbergsgereuth, Ottneuses, Sendelbach und Treinfeld im Oktober 2017 erfolgt ist und diese Berechnung für einen Kalkulationszeitraum von 2018 bis 2020 galt. Damals habe die Gemeinde eine Einleitungsgebühr von drei Euro je Kubikmeter und eine Grundgebühr ab 36 Euro, gestaffelt nach der Zählergröße, festgesetzt. Er schlug vor, den nächsten Kalkulationszeitraum von 2021 bis 2033 und damit für drei Jahre festzulegen. Der Kämmerer un-terbreitete eine Einleitungsgebühr von 3,07 Euro je Kubikmeter und eine Grundgebühr von 48 Euro als neue Sätze.

Schwierigkeiten?

Gemeinderat Volker Zürl (CSU) warf ein, dass man bei den Kleineinleitern in Schwierigkeiten komme, wenn man die Grundgebühr erhöhe. Stefan Horn (RUL) sah den höheren Ansatz durch einen geringeren Wasserverbrauch bedingt, während Kurt Weißheimer (FW-ÜWG) meinte, dass der Wartungsaufwand für jede Einheit gleich sei. Er schlug einen Kompromiss vor: die Grundgebühr nur um die Hälfte und damit von 36 auf 42 Euro zu erhöhen, was aber nicht zu einer Kostendeckung führen würde. Dazu würde eine höhere Einleitungsgebühr nötig. Die wird jetzt auf 3,12 Euro pro Kubikmeter erhöht. Die neuen Sätze wurden einstimmig im Rat beschlossen.

Da Salmsdorf eine eigene Kläranlage besitzt, war auch eine eigene Regelung nötig. Nach längeren Diskussionen wurde die Einleitungsgebühr von drei Euro auf 3,35 Euro pro Kubikmeter Abwasser festgesetzt und die jährliche Grundgebühr auf 60 Euro je Zähler (bisher 36 Euro) angehoben. Dies wurde bei vier Gegenstimmen beschlossen.

Weitere Themen der Sitzung

Mitten im Bau ist derzeit der Um- und Anbau der Kindertagesstätte "Budenzauber" in Rentweinsdorf. Zuletzt waren die Kanalarbeiten und Pfahlgründungen an der Reihe. Das Gremium vergab weitere Aufträge für die Elektro- und Sanitärinstallation und die Heizung.

Gedanken machte sich der Marktgemeinderat über die Beschaffung von neuen Stuhlkissen für den Marktsaal. Bürgermeister Steffen Kropp (SPD) informierte das Gremium, dass man bei Neuanschaffungen gezwungen sei, feuerhemmende Stuhlkissen zu besorgen. Dies sei notwendig, weil man nur noch 180 saubere Kissen habe (von ursprünglich 300) und diese losen Kissen auch abgegriffen seien. Deswegen habe man sich ein Angebot eingeholt, das bei einer Auftragssumme von 8295 Euro liege, erläuterte er.

Vertagt

Franziska Schmittlutz (SPD) sah die Notwendigkeit genauso gegeben wie der Bürgermeister. Simone Berger (RUL) bezeichnete den Preis von rund 28 Euro pro Stuhlkissen als beträchtlich, und andere meinten, dass hier noch ein Klappstuhl dabei sein müsste. Stefan Horn (RUL) schlug vor, sich etwas anderes auszusuchen als diese rutschfeste Vorlage. Diese Meinung vertrat auch Ludwig Bock (ÜWG), der meinte, man könne nicht darüber abstimmen, ohne ein solches Kissen in der Farbe zu sehen. Die Entscheidung wurde zurückgestellt und soll im Marktausschuss neu beraten werden.

Gerhard Schmidt (CSU) wunderte sich schließlich noch über die Niederschrift von der gemeinsamen Sitzung des Stadtrates Ebern mit dem Gemeinderat Pfarrweisach und dem Marktgemeinderat Rentweinsdorf. "Ich kritisiere die Niederschrift, weil sie eigentlich nichts anderes enthält, als wir schon in der Vorlage hatten. Die Wortmeldungen sowie Diskussionen stehen nicht im Protokoll und dabei wurden doch wichtige Fragen gestellt. Die Antworten darauf wären doch das wichtigste."

Bürgermeister Steffen Kropp gab ihm recht. Er will die Verwaltung in Ebern bitten, das nachzuholen.

Anschließend stellte im nichtöffentlichen Teil die Feuerwehrleitung Rentweinsdorf ihr Konzept für das Feuerwehrwesen der Zukunft vor. Darin dürfte der Standort für ein neues Feuerwehrhaus eine große Rolle spielen. Bisher ist die Feuerwehr im Rathaus untergebracht.