von unserer Mitarbeiterin Gerda Völk

Unterleiterbach — Im Schlaraffenland hängen Lollys, Gummibärchen, Brezeln und Würste von den Bäumen. Nein, das ist kein Märchen, sondern entspricht durchaus der Realität. Zumindest am Samstagvormittag.
Das Schlaraffenland ist die letzte Station der Märchenwanderung, zu dem der Pfarrgemeinderat Zapfendorf, der Rennsteigverein und die Gemeindebücherei heuer bereits zum vierten Mal im Rahmen des Ferienprogramms der Marktgemeinde Zapfendorf eingeladen haben. Ort des Geschehens war diesmal Unterleiterbach. Was Mitorganisatorin und Büchereileiterin Hiltrud Porzner am meisten freut, ist der unglaublich große Zuspruch. Dabei sah es anfangs nicht danach aus. Am vergangenen Montag hatten sich gerade einmal neun Kinder angemeldet, am Mittwoch waren es dann schon 36. "Und dann sind es immer mehr geworden", berichtet Christine Enzi, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats der Pfarrei Zapfendorf.
Mehr als 50 Kinder, ihre Eltern und Großeltern hatten sich am Samstagvormittag auf dem Weg gemacht. Erste Station der Märchenwanderung war das Schloss Unterleiterbach, dessen großes Eingangstor sich für alle großen und kleinen Teilnehmer öffnete. Von der Schlosstreppe aus grüßte Mario Fehn auf der Trompete und Lena Rattelsdorfer hieß alle Kinder zur Märchenwanderung willkommen. Unter der Trauerweide hörten die Kinder die Geschichte von der "goldenen Gans". Dornröschen wartete im Rosengarten und stach, sich wie es das Märchen der Gebrüder Grimm verlangt, an der Spindel und fiel samt Hofstaat in einem tiefen Schlaf. Elias Seelmann spielte den Prinzen, der das schlafende Dornröschen wachküsste. Das Backhäusla in der Schloßstraße bildete die Kulisse für "Hänsel und Gretel". Wie im Märchen musste Gretel für die böse Hexe arbeiten, konnte sich und ihren Bruder letztlich aber doch befreien.
Am alten Gemeindehaus schüttelte Frau Holle ein dickes Kissen aus. Für einen Moment schien es, als ob es schneien würde. Vor dem Fenster sammelte Goldmariechen die Äpfel auf. Am Ende durften sich die Kinder über Schokoladentaler freuen, die Frau Holle ihnen zuwarf.
In Unterleiterbach sind die Wege zwischen den einzelnen Stationen der Märchenwanderung relativ kurz. Auch der Ort des Geschehens ist entsprechend der Handlung des jeweiligen Märchens gut ausgewählt. So lässt Rapunzel am Kirchturm ihr langes Haar herunter. Viel Mühe hatten sich die zahlreichen Darsteller auch mit den Kostümen und den Requisiten gegeben. Am Ende der Veilchengasse auf dem Grundstück der Familie Griebel tanzte Rumpelstilzchen ums Feuer und freute sich darüber, dass niemand weiß, dass es Rumpelstilzchen heißt. Siebte und vorletzte Station war der Dorfbrunnen, wo eine Kurzfassung des Märchens "Der Froschkönig" zu hören war. Am Ende wartete das Schlaraffenland auf die Kinder.