In den acht Klassenräumen der Grundschule Hemhofen gibt es seit zwei Wochen technischen Zuwachs. Das weiße Gerät besitzt Aussehen und Form eines großen Kühlschranks. Aber die Kinder werden jetzt nicht etwa mit gekühlten Getränken oder Eis für gute Noten belohnt. Nein, die Geräte sollen eher dafür sorgen, dass die Schüler im Winter nicht frieren.

Denn die Regelungen zum Schutz gegen das Coronavirus sehen regelmäßiges Stoßlüften alle 20 Minuten vor. Was zu Beginn des Schuljahres noch problemlos möglich war, erweist sich bei winterlichen Temperaturen als etwas komplizierter. Zunächst einmal stört es den Unterricht und ist nicht gerade energieeffizient. Hinzu kommen Belastungen, vor allem für die fensternah sitzenden Kinder.

Auch wissenschaftlich wird über die Maßnahmen und den Einsatz von Luftfilter-Anlagen als Alternative diskutiert. Diese Systeme sind laut verschiedener Studien in der Lage, die Luft in den Klassenräumen innerhalb einiger Minuten zu reinigen. Die Virenlast der Raumluft wird nahezu vollständig herausgefiltert und durch Erhitzung des Filters werden die Viren abgetötet.

Der Gemeinderat Hemhofen hatte sich auf Antrag der SPD-Fraktion bereits im November dazu entschlossen, eine entsprechende Anschaffung und finanzielle Förderung zu prüfen, da die Geräte nicht ganz billig sind. Die bayerische Staatsregierung legte daher ein entsprechendes Förderprogramm auf. Leider gelten die Zuschüsse hier nur für innenliegende Räume oder Räume mit sehr kleinen Fensterflächen. Beides trifft bei der Grundschule Hemhofen nicht zu.

Lange Lieferzeit umgangen

Bürgermeister Ludwig Nagel (CSU) führte dennoch zahlreiche Gespräche mit Anbietern und Nachbargemeinden sowie einem technischen Sachverständigen. Die Nachfrage sei derzeit sehr hoch und es hätte die Möglichkeit gegeben, sich zum 20. Dezember einer Bestellung der Gemeinde Röttenbach anzuschließen. Andere Anbieter könnten erst im Frühjahr 2021 wieder liefern, erklärte Nagel in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Auf Vermittlung des Gemeinderats Hansjürgen Müller (FW) war es aber nun möglich, sofort acht Geräte für rund 30 500 Euro anzuschaffen. Nagel betont, dass er bei der Entscheidung stets im engen Austausch mit dem Gemeinderat gestanden habe. Gerade bei Kinderbetreuung und Schule wolle man weiterhin investieren. Aus den Reihen des Gemeinderats wurde die Anschaffung fraktionsübergreifend begrüßt. Auch die Schulleitung freut sich, als eine der ersten Schulen in der Region die Luftfilter-Anlagen einsetzen zu können.