Kartoffellese beim Rangabauern - das ist vor allem für Kinder immer ein Erlebnis. Die Verantwortlichen des Melkendorfer Kindergartens wissen das. Vierzig Kinder und ihre Eltern treffen mit ihren Erzieherinnen an einem sonnigen Nachmittag voller Vorfreude am Kartoffelfeld in Tennach ein. Kita-Leiterin Sonja Seufert: "Wir nutzen das schon zum neunten Mal als unser obligatorisches Herbstfest. Einerseits zum ungezwungenen Kennenlernen. Zum anderen können die Kinder erleben, wo die Kartoffel herkommt, wie sie aus dem Boden kommt." Das "wie" verdeutlicht der Rangabauer Frank Eschenbacher mit seinen Helfern. An einem Traktor ist eine Kartoffelschleuder befestigt, sie gräbt die "Ärpfel" der Sorte "Quarta" aus dem Boden, so dass man sie nur noch auflesen muss. Bevor es aber so weit ist, stellen sich alle im Kreis auf, singen zwei Lieder und machen noch ein paar Fingerübungen. Dann sind die Kids nicht mehr zu halten und stürmen aufs Feld. Jeder will seinen Eimer zuerst voll bekommen. Theo hat dabei wohl die Größe seines Gefäßes etwas überschätzt, der Inhalt ist für den Rücktransport zu schwer. Aber er weiß sich zu helfen, ruft seinen Bruder Paul, und füllt die Hälfte in dessen Eimer.

Hinterher setzen sich alle zusammen: Nach der Arbeit kommt das Vergnügen. Dafür hat der Rangabauer alles gut vorbereitet: An drei Feuerstellen auf der Wiese direkt neben dem Feld werden die frisch geernteten Kartoffeln sorgfältig gegart. Die Kinder sind übrigens nicht die Einzigen, die heute Feldfrüchte auflesen. Das Angebot nehmen an diesem Tag viele weitere Familien wahr. "An manchen Tagen hatten wir schon mal bis zu 500 Leute auf dem Feld", erzählt der Seniorchef Dieter Eschenbacher, der etwas abseits mit einer Stammtischgruppe gemütlich beisammensitzt: Bei einer Brotzeit feiert er seinen Geburtstag ein wenig nach. hd