Kein Dorffest, keine Kerwa, kein Grillfest - die Vereine der Gemeinde Pommersfelden leiden in diesem Jahr unter der Corona-Krise ebenso wie alle Vereine, nicht nur in Bayern, sondern in der ganzen Republik. Dennoch sind sie "die Säulen der Gemeinde", wie Bürgermeister Gerd Dallner (FWGS) eingangs der Haushaltssitzung am Donnerstag betonte. Es sei ein Glück, dass die Gemeinde Pommersfelden trotz coronabedingter Mindereinnahmen an der Vereinsförderung - immerhin handele es sich dabei um freiwillige Leistungen der Kommune - festhalten könne. Die Pommersfeldener Vereine, gut 40 an der Zahl, dürfen sich in diesem Jahr sogar auf höhere Zuwendungen freuen.

Unternehmer hilft Vereinen

Möglich gemacht hat das, wie Dallner betonte, die großzügige Spende des Steppacher Unternehmers Roland Ganzmann (RDRD Werbetuben und Kunststoffveredelung). Durch die Spende könnten in diesem Jahr die Zuschüsse doppelt so hoch wie in den Vorjahren ausgezahlt werden. Damit solle den Vereinen geholfen werden, "über die Runden zu kommen". "Vielleicht findet sich im nächsten Jahr ja ein weiterer Spender", hofft Dallner. Denn auch 2021 werden die Folgen der Krise noch nicht ausgestanden sein.

Pommersfelden ist - coronabedingt - in der gleichen Lage wie andere Gemeinden. Kämmerer und Geschäftsleiter Fedor Glinka rechnet mit stark einbrechenden Einnahmen bei Gewerbe- und Einkommensteuer. Deshalb hat er die Gewerbesteuer im vorliegenden Haushalt mit 700 000 Euro und damit um 200 000 Euro niedriger angesetzt als im vergangenen Jahr. Die Einkommensteuer hat er von 1,9 Millionen Euro auf 1,6 Millionen Euro reduziert. Dass er dennoch "einen soliden Haushalt" auf die Beine stellen konnte, der noch dazu ohne Neuverschuldung auskommt, fand Helmut Schleicher (FWG Steppach) einen Dank wert. Das Ratsgremium quittierte Glinkas erfolgreiches Zahlenwerk mit Beifall.

Im Vermögenshaushalt werden vor allem die begonnenen Maßnahmen weitergeführt. Dazu zählt die Brücke über die Reiche Ebrach, für die noch restliche Baukosten im Haushalt anstehen. "Große Brocken" im Haushalt sind die Erweiterung des evangelischen Kindergartens in Steppach um eine dritte Gruppe sowie die Erschließung für das Amazon-Verteilzentrum im Gewerbegebiet Limbach. Wobei diesen Kosten entsprechende Einnahmen gegenüberstehen. In den kommenden Jahren soll auch der erste Abschnitt eines Geh- und Radwegs zwischen Pommersfelden und Höchstadt angepackt werden. Im vorliegenden Haushalt wird dazu mit den Planungskosten der erste Schritt gemacht.

Eine gute Million Euro wird im vorliegenden Haushalt und dem des nächsten Jahres der Grunderwerb für Bauland beanspruchen. Denn nach den Baulandausweisungen der vergangenen Jahre stehen die nächsten Baugebiete - "Steppach Nord, Bauabschnitt III" und "Hofleite Sambach, Bauabschnitt II" - bereits vor der Tür.

Mit 95 000 Euro schlägt sich im Haushalt ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF mit Beladung) für die Feuerwehr Sambach nieder. Auch die Beschaffung eines Bürgerbusses, ein gebrauchtes Fahrzeug, wird im Haushalt mit 20 000 Euro ausgewiesen. Als "konstante Baustelle" bezeichnete der Geschäftsleiter die Investitionen in den Ausbau des Breitbandnetzes. 82 000 Euro stehen im Haushalt für nicht ausreichend versorgte Einzelanwesen (Höfeprogramm). Glinka rechnet dafür mit einer Förderung von 57 000 Euro.

Radweg nach Sambach

Dem bereits fertigen Ausbau der Ortsdurchfahrt im Gemeindeteil Wind, einer Gemeinschaftsmaßnahme von Landkreis und Gemeinde, wird im nächsten Jahr der Ausbau der Kreisstraße zwischen Wind und Sambach folgen. Geplant sind die Hochwasserfreilegung sowie der Neubau eines Geh- und Radwegs zwischen Wind und Sambach.

Die Gemeinde habe gut daran getan, in den vergangenen "guten" Jahren Rücklagen zu bilden, betonte der Kämmerer. Gut drei Millionen Euro konnten zur Finanzierung der Aufgaben aus dem Spartopf entnommen werden.

Dadurch sei eine Neuverschuldung vermieden worden und der Schuldenstand konnte weiter abgebaut werden. Betrug dieser zum Jahresende 2019 599 Euro pro Kopf der Einwohner (Landesdurchschnitt 563 Euro), so soll er zum Jahresende 2020 auf 495 Euro pro Kopf sinken.