Als Dienstagabend, um 19.39 Uhr, bei der Polizeiinspektion in Bad Brückenau die Meldung einging, dass es auf der Bundesstraße B 286 von Waldfenster nach Geroda einen schweren Unfall mit Verletzten gegeben hatte, klang es zunächst nach einem Routineeinsatz kurz vor dem Schichtwechsel für die Polizeibeamten.

Doch am Unfallort angekommen, muss das Bild, das die Beamten sahen, schockierend gewesen sein: Der Fahrer und der Beifahrer des verunglückten Peugeots waren Kollegen der Polizisten. Sie waren auf dem Weg zur Nachtschicht. Der Beifahrer sollte den Unfall nicht überleben.

Der 29 Jahre alte Polizist und sein gleichaltriger Kollege waren mit einem Peugeot 307 auf der B 286 von Waldfenster in Richtung Geroda unterwegs.

In diesen Stunden zog die Nässe auf den Straßen in der Rhön an, es war stellenweise glatt.

Wie das Polizeipräsidium berichtete, geriet offenbar aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse der Peugeot in einer lang gezogenen Kurve ins Schleudern und prallte auf der Gegenfahrbahn in einen VW Passat.

Vor Ort noch reanimiert

Der Beifahrer des Peugeots, ein 29 Jahre alter Hauptmeister, erlitt durch den Aufprall lebensgefährliche Verletzungen. Er wurde vor Ort noch reanimiert, doch er starb leider nachts in einer Klinik. Der Fahrer des Peugeots, ein 29-jähriger Obermeister, wurde schwer verletzt, auch der 48 Jahre alte Fahrer des Passats musste mit Verletzungen in ein Krankenhaus.

Was sich an der Unfallstelle abspielte, schildert Kathrin Thamm, Sprecherin des Polizeipräsidiums Unterfranken in Würzburg als "dramatisch". Die Bad Brückenauer Polizisten, die als Erste am Unfallort waren, erkannten ihre Kollegen - es waren die Männer, die sie hätten ablösen sollen. Notfallseelsorger kümmerten sich auch um die betroffenen Beamten und um die Angehörigen.

Tiefe Trauer und Betroffenheit

In der Dienststelle in Bad Brückenau herrscht tiefe Trauer und Betroffenheit. Hauptkommissar Thomas Vöth betonte: "Ich bin seit 37 Jahren im Dienst, aber so einen bitteren Tag hatte ich noch nicht." Auch für den Dienststellenleiter, Erster Polizeihauptkommissar Herbert Markert, ist die Tragödie schrecklich. "Es ist ein fürchterlicher Tag."

Markert hebt hervor, dass seine Dienststelle momentan "hervorragend" vom Polizeipräsidium und den umliegenden Dienststellen unterstützt werde. Noch am Dienstag fuhren Markert und Vöth ins Krankenhaus, um sich um den verletzten Fahrer zu kümmern.

Auf Facebook schrieb am Mittwoch die Polizei Unterfranken: "Wir trauern um unseren Kollegen, der gestern Abend bei einem tragischen Verkehrsunfall auf dem Weg zum Nachtdienst bei der Polizeiinspektion Bad Brückenau sein Leben verlor. Unser tiefstes Mitgefühl gilt seinen Angehörigen und Freunde."