Ein "sportliches Programm" hat sich laut Bürgermeister Jochen Hack (FWG) die Gemeinde Pettstadt für die Modernisierung der Grundschule vorgenommen: Bis 2024 sollen rund 3,5 Millionen Euro investiert werden, um die etwa 50 Jahre alte Schule zukunftsfähig zu machen. In seiner letzten Sitzung akzeptierte der Gemeinderat das von der Verwaltung und einem Bamberger Architekturbüro vorgelegte Konzept.

Nun sollen bei der Regierung von Oberfranken die Zuschüsse beantragt werden. In die Generalsanierung des Schulgebäudes fließen rund 1,86 Millionen Euro. Davon entfallen 1,06 Millionen Euro auf die Erneuerung der Räume sowie 716 000 Euro auf die Ertüchtigung der Fassaden von Schulhaus und Turnhalle.

Als Folge der erfreulichen Geburtenentwicklung ist die Erweiterung des Schulhauses erforderlich. Dafür werden 854 000 Euro angesetzt. Die Vergrößerung des Schülerhorts um 35 Plätze ist mit 839 000 Euro veranschlagt. Dabei hofft die Gemeinde von einem zusätzlichen Förderprogramm der Staatsregierung zu profitieren: Es winken bis zu 210 000 Euro. Derzeit sind im Außenbereich der Schule umfangreiche Arbeiten im Gange. Bis Ende Oktober soll die Freifläche des Schülerhorts und der Turnhallen-Parkplatz neu gestaltet werden. Gleichzeitig werden sechs neue Parkplätze geschaffen. Sie erhöhen das Parkplatzangebot an der Schule auf 13. Unter der Voraussetzung einer 50-prozentigen Förderung soll auf dem Schulgelände eine weitere Ladesäule für Elektrofahrzeuge installiert werden.

Der Bürgertreff kommt

Bis Ende des Jahres wird im Rahmen des Stadtentwicklungsprojekts im ehemaligen Nahkauf am Kirchplatz ein Bürgertreff eingerichtet. Bis zu 50 000 Euro sind dafür eingeplant. Nach Abzug der Städtebauförderung und unter Berücksichtigung einer Spende in Höhe von 5000 Euro hat die Gemeinde 24 000 Euro beizusteuern. Der Gestaltung des Bürgertreffs liegt ein Vorschlag zugrunde, der vor mehr als zwei Jahren aus den Reihen des Helferkreises erarbeitet worden ist. Vorgesehen sind ein Aufenthaltsbereich direkt hinter dem Schaufenster des ehemaligen Nahkaufs. Weitere Tische, Stühle und eine Teeküche ermöglichen eine vielfältige Nutzung des künftigen Bürgertreffs, informierte die Projektmanagerin Annika Stintzing. Er muss, wie Geschäftsleiter Roland Hack ergänzte, auch als Notraum für den zweiten Waldkindergarten bereitgehalten werden.

Bebauungsplan gestoppt

Manfred Dippacher (CSU) wollte wissen, was er kritischen Bürgern antworten solle, die es nicht verstünden, dass die Gemeinde in ein angemietetes Objekt 50 000 Euro investiere. Die Antwort liegt auf der Hand: Vor allem die neuen Einrichtungsgegenstände können in das an der Fabrikstraße geplante Bürgerhaus mitgenommen werden, wenn dieses Projekt realisiert sein wird. Es liegt auf Eis, seit der Bebauungsplan durch ein von einem Nachbarn angestrengtes Normenkontrollverfahren höchstrichterlich gestoppt worden ist.

Erforderlich ist daher ein komplett neues Bebauungsplanverfahren. Weichen wurden dafür noch nicht gestellt, so dass es noch Jahre dauern kann, bis eine neue Nutzung zwischen Fabrik- und Hauptstraße realisiert sein wird. Und so lange braucht Pettstadt einen Bürgertreff in Ortsmitte.

Großes Interesse

Interesse an einer Nutzung hätten unter anderem der Seniorenclub der Pfarrgemeinde und die VHS Bamberg Land bereits bekundet, berichtete Annika Stintzing aus einer inzwischen durchgeführten Befragung. Eine vom Gemeinderat beschlossene sechs Seiten lange Benutzungsordnung regelt die künftige Verwendung.