Den Mauerseglern ein Zuhause geben, diesen Vorschlag hatte Sabine Weber vom Bund Naturschutz und begeisterte auch den Dormitzer Bürgermeister Holger Bezold (FW). "Natur- und Umweltschutz sind wichtig. Durch viele kleine Maßnahmen kann man einen Beitrag leisten", sagt Bezold und betont auch die Vorbildfunktion einer Gemeinde.

Weniger Nistmöglichkeiten

Zwar gilt der Mauersegler aktuell nicht als gefährdet, trotzdem verschwinden seine Nistmöglichkeiten durch Neubauten und Haussanierungen. Denn wenngleich der Mauersegler fast die ganze Zeit in der Luft verbringt, so muss auch er pausieren, um seine Nester zu bauen. Diese baut er bevorzugt unter dem Dach oder in Mauerspalten - und die werden rar.

"Der Mauersegler hat ein großes Schutzbedürfnis, aber wenig Unterschlupfmöglichkeiten", erklärt Bezold. Glücklicherweise nimmt der Flugkünstler auch Nistkästen an. Diese wurden schon im vergangenen Herbst bestellt, von der Gemeinde wurde die Hälfte der Kosten bezahlt. Damit diese Nistkästen hoch genug gesetzt werden können, wurde mit dem Trafohäuschen ein geeigneter Platz gefunden. "Das ist noch in Betrieb und wir dürfen die Nistkästen nicht eigenmächtig dort aufhängen", informiert Bezold und konnte das Bayernwerk für diese Aktion gewinnen.

Nicht nur, dass die Gemeinde mit dem Bund Naturschutz die Kästen dort anbringen durfte, auch finanziell beteiligte sich das Bayernwerk an der Aktion und brachte zudem für beide Aktionen den Hubsteiger, um in sechs Metern Höhe die Nistkästen für den gut 17 Zentimeter großen Vogel anbringen zu können. Dass nicht alle Kästen in einer Aktion gesetzt wurden, lag an den langen Lieferzeiten von einem Dreivierteljahr für die neue Unterkunft der Mauersegler. Zusätzlich zu den Nistkästen wurden auch Insektenhäuschen aufgehängt. Diese wurden von den Kindern beim Ferienprogramm hergestellt und helfen nun ebenfalls, das Gleichgewicht der Natur zu erhalten.