Es war am Montagabend die bestbesuchteste Stadtratssitzung seit Jahren. Ob die vielen Eissportfans im überfüllten Sitzungssaal die Räte beeinflussten, für den Neubau eines Eisstadions zu stimmen? Wohl kaum. Die meisten Räte quer durch alle Fraktionen hatten schon vorher ihre Entscheidung für ein neues Eisstadions gefällt - und man kann sie dazu nur beglückwünschen. Auch dafür, dass einmal ein Großprojekt ohne parteipolitische Scharmützel im Vorfeld auf den Weg geschickt wurde. Mit seinem Eisstadion hat Höchstadt seit vier Jahrzehnten ein Alleinstellungsmerkmal in der Region, das es nicht aufgeben sollte. Eishockeyfans in ganz Bayern und darüber hinaus ist Höchstadt ein Begriff. Das liegt nicht nur an der ersten Mannschaft des HEC in der dritten Liga. Auch die Nachwuchsteams der Alligators sind seit vielen Jahren in ganz Bayern unterwegs. Hunderte von Kindern haben in dem Verein das Eislaufen gelernt. Ebenso bei den Eiskunstläufern des ESC. Was hier die Eissportler aller Altersklassen zustande bringen, zeigen sie eindrucksvoll in der jährlichen Eisgala am Ende der Saison. Das Eisstadion in Höchstadt ist aber weit mehr als Heimstätte zweier Sportvereine. Zwischen Liga-Spielbetrieb und Trainingseinheiten drehen bis zu 700 Schlittschuhläufer in Publikumsläufen gleichzeitig ihre Runden. Ein Gang über den Parkplatz offenbart, dass sie - häufig mit Kind und Kegel - aus ganz Nordbayern angereist sind. Am Vormittag sorgen die Schulen für Betrieb auf dem Eis, bis spät in die Nacht hinein Hobbymannschaften. Freie Eiszeiten sind praktisch nicht zu bekommen. Das alles spielt sich in dem 40 Jahre alten Stadion ab, durch das der Wind pfeift, Wasser vom Dach tropft, die alte Technik für die Eisaufbereitung vor dem Kollaps steht, die Kabinen-Situation längst nicht mehr heutigen Ansprüchen genügt und viel Ausrüstung nur in Provisorien untergebracht werden kann. Der Stadtrat hat mit seinem Beschluss die richtigen Weichen für die Zukunft des Eissports in Höchstadt gestellt. In Zeiten, in denen ein Neubau mit zinslosen Darlehn über 30 Jahre finanziert werden kann, sollte eine vermutlich nicht viel günstigere Sanierung der alten Bausubstanz kein Thema sein.