Die Stadt mausert sich mehr und mehr zu einer fahrradfreundlichen Kommune. Bei seiner letzten Sitzung beschloss der Verkehrssenat nach vorheriger Ortseinsicht einige Neuerungen für die Pedaltreter.

In der Unteren Rosenstraße, einem verkehrsberuhigten Bereich, kann künftig entgegen der Einbahnstraße gefahren werden. Eine entsprechende Beschilderung an der Einmündung der Brunnenstraße wird angebracht. Detlef Heerlein von der Stadtverwaltung sah hier einen Bedarf in der Gegenrichtung fahren zu lassen, da mit dem Rad Richtung Krankenhaus und Schützenplatzumfeld kürzeren und auch verkehrssicherer gefahren werden kann. Rechtlich, so Heerlein, spreche nichts gegen eine Freigabe in Gegenrichtung.

Die gleichen Argumente für eine Freigabe des Radverkehrs entgegen der Einbahnstraße gab es in der Karl-Böger-Straße. Auch hier sprach rechtlich nichts gegen eine Freigabe, da sie schwach befahren und auf 20 km/h beschränkt ist. Es kann somit kürzer Richtung Muppberg gefahren werden. Es sind nur noch Beschilderungen und zusätzliche Markierungen anzubringen.

Wie im Radwegeausschuss diskutiert, wurde in Absprache mit der Polizei beschlossen, zur Erhöhung der Radfahrersicherheit im Zuge der Radwegnetzplanung in der Sonneberger Straße Fahrtrichtung Innenstadt bereits vor der Ampelanlage eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h einzurichten. In der Straße Am Moos wird ab Einmündung Mörikestraße bis Einmündung Eisfelder Straße ein Schutzstreifen angebracht, so dass eine durchgehende Radverbindung entsteht, da, wie festgestellt wurde, durchaus Bedarf besteht.

Da in letzter Zeit Fahrzeuge in der Sonneberger Straße recht nahe an der Einmündung zur Wildenheider Straße geparkt haben, sahen die Verkehrsbehörde und Polizei Handlungsbedarf. Die dortige Situation sorgte des öfteren für kleine Staus. Deshalb einigte sich der Verkehrssenat darauf, von der Einmündung Wildenheider Straße bis Hausnummer 33a auf einer Länge von zehn Metern eine Grenzmarkierung anzubringen, übergangsweise ein Verkehrszeichen Halteverbot mobil aufzustellen.

Neuorientierung der Kommunen

Zum 1991 gegründeten Arbeitskreis Radwege wurden Informationen gegeben. Ziel war es zunächst, die vorhandenen Flurwege auf ihre Eignung für das Radwegenetz zu untersuchen und wichtige Radwegeverbindungen mit höherer Priorität zu unterhalten. Mitte der 90er-Jahre wurde in akribischer Arbeit zusammen mit dem ADFC ein komplettes Radwegenetz durch die Innenstadt mit Verbindung der Stadtteile geschnürt. Auch die Ausweisung mehrerer überregionaler Radwegeverbindungen erfolgte. Genannt wurden die Main-Coburg-Tour, die Steinachtalroute und der Europaradweg. "Durch die Arbeit des Radwegeausschusses hat sich schnell ein fahrradfreundliches Klima entwickelt", so Heerlein.

Aktuell erscheint es durch rechtliche Änderungen und ein verändertes Freizeitverhalten möglich, eine Neuorientierung bei Verkehrsplanungen innerhalb der Kommunen durch Netzverbindungen im Radwegeausschuss neu zu prüfen und anzupassen, wurde festgestellt. Detlef Heerlein: "Wir möchten hierbei als Stadt Neustadt beim Thema Radverkehr Fahrt aufnehmen."

Wie Heerlein ferner wissen ließ, wurden die aus Bürgerversammlungen in Ebersdorf, Wildenheid, Boderndorf, Haarbrücken und Meilschnitz vorgebrachten Anregungen in verkehrsrechtlicher Hinsicht umgesetzt, beziehungsweise es wird noch entschieden.