Aufgrund der Vorschriften wegen der Corona-Pandemie fand die erste Sitzung des neugewählten Stadtratsgremiums von Königsberg im großen Saal der Rudolf-Mett-Halle statt. Bürgermeister Claus Bittenbrünn (CSU) dankte den neugewählten Räten, dass sie bereit sind, Verantwortung für Königsberg und seine Stadtteile zu übernehmen und ehrenamtlich die Geschicke der Stadt mitzubestimmen. An das gesamte Gremium richtete er den Appell: "Der Wahlkampf ist Vergangenheit, ab heute zählt die Konzentration auf die vor uns liegenden Aufgaben. Jetzt kommt es darauf an, das Vertrauen zu rechtfertigen, das die Wählerinnen und Wähler Ihnen mit ihrer Stimme gegeben haben. Wir sind alle aufgerufen, Königsberg und alle Ortsteile weiter voranzubringen, für Lebensqualität zu sorgen und die unterschiedlichen Generationen und Interessen zu einen und zu stärken."

Hinsichtlich der Zusammensetzung des Stadtrates meinte er: "Wir sind, gleich auf welcher Liste wir stehen und für welche Partei wir kandidieren, nicht Vertreter einzelner Personen oder Interessengruppen, sondern haben die Verantwortung für ganz Königsberg und alle seine Bürger."

In dieser ersten Sitzung ging es vor allem um Personalangelegenheiten. So wurden zu Beginn die neugewählten Stadtratsmitglieder Melanie Austel (FWG), Timo Barthelmes (CSU), Jan Frantzen (FWG), Gerhard Hölzer (OHL) und Stefanie Hümpfner (CSU) durch Bittenbrünn vereidigt.

Dem Ersten Bürgermeister stehen zwei Bürgermeisterstellvertreter zur Seite. Das waren bisher Alexander Krauser (CSU) als Zweiter Bürgermeister und Alexander Faust (CSU) als "Dritter". Bei der Wahl ergab sich eine Änderung.

Für das Amt des Zweiten Bürgermeisters wurden mit Eddi Klug (SPD) und Alexander Krauser (CSU) zwei Kandidaten vorgeschlagen. Krauser erhielt elf Stimmen, auf Eddi Klug entfielen sechs Stimmen. Alexander Krauser bleibt damit "Zweiter".

Knapp ging es bei der Wahl zum Posten des Dritten Bürgermeisters zu. Hier standen Stefanie Hümpfner (CSU) und Ralf Schlinke (FWG) zur Wahl, aus der Stefanie Hümpfner mit neun gegen acht Stimmen als Siegerin hervorging. Die CSU demonstrierte dabei ihre zahlenmäßige Vorherrschaft im Königsberger Stadtrat.

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde die neue Satzung des Stadtrates vorgestellt, in der die in der Gemeinde tätigen Ausschüsse und deren Besetzung und die Entschädigung der ehrenamtlichen Stadträte festgelegt sind. Diese beläuft sich auf 30 Euro pro Teilnahme. Bedingt durch die negativen Entwicklungen im Wald durch Klimaeinflüsse und Schädlingsbefall wurde zum Zwecke der besseren Beobachtung und Mitsprache ein Waldausschuss, dem neben dem Vorsitzenden und dem beauftragten Förster vier Stadträte angehören, neu gebildet. Neu eingerichtet wurde auch ein Personalausschuss mit ebenfalls vier Mitgliedern. Weitere bereits bestehende Ausschüsse sind der Bau- und Umweltausschuss (acht Mitglieder) und der Rechnungsprüfungsausschuss.

Durch die Änderung der vorberatenden und beschließenden Ausschüsse war eine Neufassung der Satzung erforderlich. Das Gremium billigte den vorgestellten Satzungsentwurf bei zwei Gegenstimmen.

Eine längere Zeitdauer nahm die Billigung der Geschäftsordnung des Stadtrates in Anspruch. Diese lag den Stadträten bereits vor, wurde aber von Bürgermeister Claus Bittenbrünn noch einmal Punkt für Punkt erläutert. Diskussionen gab es dabei zu dem Punkt, in welcher Form zukünftig die Einladung zu den Sitzungen erfolgen solle: digital oder in Papierform? Durch Abstimmung wurde entschieden, die Einladungen den Räten weiterhin in Papierform zukommen zu lassen. Abgelehnt wurden zwei Anträge, Stadtratssitzungen in Zukunft bereits grundsätzlich um 18 Uhr sowie während der Winterzeit um 18 Uhr und dann während der Sommerzeit um 19 Uhr beginnen zu lassen. Die Abstimmung ergab, dass es bei 19 Uhr bleibt.

Besetzt wurden dann die Ausschüsse, und die Fraktionsvorsitzenden wurden benannt. Das sind bei der CSU Alexander Faust, der FWG Ralf Schlinke und der SPD Eddi Klug. Die Offene Hellinger Liste (OHL) kann keine Fraktion bilden, da sie nur mit zwei Stadtratsmitgliedern im Rat vertreten ist.

Nicht durch einen Stadtrat vertreten sind die Stadtteile Dörflis, Kottenbrunn, Römershofen und Unfinden. Hier werden kurzfristig Ortssprecherwahlen erfolgen, erfuhr der Rat.