Besucher von Schloss Seehof finden die ehemalige fürstbischöfliche Sommerresidenz zurzeit teilweise eingerüstet. Es wird kein Kunstprojekt vorbereitet, sondern vielmehr beginnen umfangreiche Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten durch den Freistaat Bayern. In drei Bauabschnitten investiert der Freistaat insgesamt rund 12,5 Millionen Euro. Es werden die Fassaden, das Dach und die Parkmauern saniert sowie die Parkfiguren und Parktreppen restauriert. Die westlichen Türme und die Fassaden sind bereits eingerüstet und ein Wetterschutzdach ist installiert. Das Gerüst wandert während der drei Bauabschnitte um das Schloss. Eine vollständige Einrüstung ist daher nicht erforderlich.

Das Schloss ist während der vorgesehenen Baumaßnahme, die voraussichtlich bis 2023 andauert, durchgängig für Besucher zugänglich.

Schutz für seltene Tierarten

Neben den speziellen handwerklichen Anforderungen der Sanierung birgt Schloss Seehof noch eine weitere Herausforderung. Das Schloss beherbergt einige besonders geschützte Tierarten, wie Mauersegler, Dohlen, Turmfalken und Fledermäuse. "Durch die wandernde Teileinrüstung gibt es für die vorhandenen geschützten Tierarten immer Ausweichmöglichkeiten für Brut- und Schlafplätze. Die Gerüstbauarbeiten werden zeitlich an das Brutverhalten der Vögel angepasst", kündigte der Bayerische Finanz- und Heimatminister Albert Füracker in einer Presseerklärung an.

Im Zuge der Arbeiten sollen alle Schiefereindeckungen am Gebäude komplett erneuert werden. Das gesamte Hauptdach sowie die Ecktürme und Dachgauben deckt man dabei in der bauzeitlichen "Altdeutschen Deckungsart" neu ein. Nachdem die Schieferdeckung im Fassadenbereich entfernt ist, wird mit der Reinigung der Putz- und Natursteinflächen begonnen. Schadhafte Stellen ersetzt man durch Ergänzungen mit Kalkputz und die noch bauzeitlichen Putzreste müssen gefestigt und hinterfüllt werden, um den Bestand zu erhalten. Außerdem erfolgt eine Erneuerung des Fassadenanstrichs mit Kalkkaseinfarbe in historischer Technik.

240 Holzfenster

Im Anschluss an die Fassadensanierung werden die insgesamt rund 240 Holzfenster und 96 Fensterläden restauriert, auch der Anstrich wird erneuert. Darüber hinaus ist die Restaurierung der Figurengruppen, der Parkmauern, der Seegitter sowie der Kaskade des Schlossparkes geplant.