Mit dem Zug war Heidemarie Krause-Böhm von der Verbraucherzentrale Bayern von Ingolstadt nach Adelsdorf gereist, um vor mehr als 80 interessierten Zuhörern aus Adelsdorf, Höchstadt, Hessdorf und Forchheim eine Antwort auf die Frage zu finden, ob es ein Leben ohne Plastik gibt. Sie zeigte auf, welches Umdenken erforderlich ist, um das Plastikproblem in den Griff zu bekommen und was der Verbraucher selbst tun kann.

Einige Gäste hatten den gesammelten Plastikmüll eines Tages mitgebracht. Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) deutete bei der Begrüßung auf die Säcke. "Multiplizieren Sie das mit der Zahl der Adelsdorfer Familien. Da kommt ganz schön viel zusammen!", meinte er. Bei der Umfrage zum Thema gelber Sack/gelbe Tonne sei ihm erst bewusst geworden, "wie viel Plastikmüll wir jeden Tag produzieren", so Fischkal. Dies sei auch der Grund gewesen, die Referentin einzuladen.

Sinnvolle Alternativen

Heidemarie Krause-Böhm ging darauf ein, wie Plastik zu einem globalen Problem geworden ist, wo es verwendet wird und welche sinnvollen Alternativen es bereits gibt. Problematisch seien Einwegflaschen, To-Go-Becher oder unnötige Verpackungen. Man müsse das Bewusstsein schärfen und das "Littering", also das Wegschmeißen oder Fallenlassen an Ort und Stelle, eindämmen.

Seit 2000 hat die Kunststoffproduktion laut Referentin enorm zugenommen, ein Ende des Anstiegs sei nicht absehbar. Der Vorschlag, die Gemeinde sollte Stoffsäckchen an jeden Haushalt verteilen, um so beim Einkauf Plastiktüten zu sparen, wurde für gut befunden. Beim örtlichen Edekamarkt Degen gebe es bereits Gemüsesäckchen, die aber so gut wie nicht benutzt würden. Das bestätigten Birgit und Anna Degen, die unter den Zuhörern saßen.

Viele Anregungen nahmen die Gäste mit nach Hause: Mehrwegtaschen benutzen, dünne Tüten bei loser Ware vermeiden, Unverpackt-Läden ausprobieren, eigene To-Go-Tassen mitbringen, Plastikflaschen vermeiden und mehr.

Zum Dank überreichte der Bürgermeister der Referentin einen Baum in Form von drei Tafeln Schokolade. Viele Besucher gingen mit dem Bewusstsein nach Hause, dass sie bereits auf dem richtigen Weg sind.

Weitere Tipps zum Eindämmen der Plastikflut hat die Verbraucherzentrale auf ihrer Homepage zusammengestellt, nachzulesen unter www.verbraucherzentrale-bayern.de.