Sie ist allgegenwärtig und war auch Thema in der Sitzung des Kreisausschusses: die Corona-Krise, die auch den Landkreis Kulmbach fordert.

Landrat Klaus Peter Söllner (Freie Wähler) machte deutlich, dass sich die Lage in den letzten Tagen zugespitzt hat und es zu einer rasanten Steigerung bei den Inzidenzzahlen gekommen ist: "Das Pflegepersonal arbeitet am Anschlag. Es kommt wieder zu einer stärkeren Belastung", stellte Söllner fest. Auch die Mitarbeiter im Gesundheits- und Landratsamt seien gefordert: "Was diese Leute tagtäglich leisten, ist gewaltig." Noch relativ entspannt sei die Situation an den Schulen, sagte der Landrat, der darauf verwies, dass 201 mobile Lüftungsanlagen in den weiterführenden Schulen des Landkreises Kulmbach im Einsatz sind.

Nach den Worten von Regierungsdirektor Oliver Hempfling wird es zunehmend schwieriger, die Infektionskontakte zu verfolgen: "Wir versuchen alles, die Nachverfolgung aufrechtzuerhalten, um die eine oder andere Infektionskette zu unterbinden."

"Ein Glücksfall"

Impfen ist am Gesundheitsamt und in der Stabsstelle des Landratsamtes gegenwärtig das Thema Nummer eins. Hempfling bezeichnete es als Glücksfall, dass das verkleinerte Impfzentrum im "Fritz" zwischenzeitig noch nicht geschlossen worden ist: "Das Impfzentrum ist wieder gefragt. Zu uns kommen auch Leute aus den benachbarten Landkreisen, die den unkomplizierten Ablauf loben."

Hempfling kündigte eine neue Kampagne zur Förderung der Impfbereitschaft an.

FDP-Kreisrat Veit Pöhlmann übte Kritik an der Politik, die gerade in den letzten Tagen ein Bild der Hilflosigkeit abgegeben habe. Pöhlmann rief dazu auf, dass der Landkreis Kulmbach eine eigene Werbekampagne für die Impfung starten sollte, mit großen Werbebannern, wie es die Parteien im Bundestagswahlkampf gemacht hätten. "Die Menschen sind verunsichert. Wir müssen aktiver werden und eine eigene Kampagne vornehmen", sagte er.

Seine Forderung führte zu einer Diskussion, bei der unterschiedliche Sichtweisen deutlich wurden. Während Landrat Klaus Peter Söllner seine Bereitschaft signalisierte, eine "kampagnenartigen Geschichte" mit einem gewissen Betrag zu unterstützen, gab sich Simon Moritz (SPD) skeptisch: "Wir sollten die Kirche im Dorf lassen, denn damit erreichen wir keine Änderung in der Impfbereitschaft." Gerhard Schneider (CSU) brachte den Nachbarlandkreis Bayreuth ins Gespräch, der mit einem mobilen Impfdienst in die Gemeinden des Landkreises komme.

"Müssen gewaltig aufpassen"

Einige Räte vertraten die Meinung, dass die Menschen von sich aus überzeugt sein müssten, sich impfen zu lassen. Mit großflächigen Plakaten könne man keine Überzeugungsarbeit leisten. Diese Meinung vertrat auch Frank Wilzok (CSU): "Wir müssen gewaltig aufpassen, was jetzt auf uns zurollt. Wer es aber jetzt nicht versteht, sich impfen zu lassen, der wird auch nicht mit einem Plakat erreicht."