Die Bahn will ihn, die Industrie- und Handelskammern und etliche Politiker der Region wollen ihn: den Schienenlückenschluss zwischen Coburg und Südthüringen. Zwar ist noch längst nicht klar, wo diese Trasse eines Tages verlaufen wird, aber eine andere Hürde scheint beseitigt zu sein: Wenn die beiden Freistaaten Bayern und Thüringen sich auf eine Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs auf der Strecke verständigen sollten, sei der Bund grundsätzlich bereit, zu prüfen, ob er sich nach dem Gemeindeverkehrswegefinanzierungsgesetz finanziell am Bau beteilige, teilte der Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach (CSU) am Donnerstag mit. Dies habe Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in Aussicht gestellt. Michelbach wertet das als "klare Aufforderung" an die beiden Staatsregierungen in München und Erfurt, den Weg für den Lückenschluss freizumachen. Diskutiert wird der Lückenschluss seit der deutschen Wiedervereinigung vor über 30 Jahren. Anfangs war vor allem von einer Wiederherstellung der Werrabahn-Trasse zwischen Coburg und Eisfeld durchs Lautertal die Rede. Doch die alte Trasse ist teilweise überbaut und nicht mehr nutzbar. Alternativ wurden eine Verbindung von Bad Rodach nach Hildburghausen ins Gespräch gebracht sowie eine neue Trasse durchs Lautertal mit Tunneln. Schub erhielt die Debatte dadurch, dass die Bahn im Juni ankündigte, dass sie die Werrabahn reaktivieren wolle, als eine von zunächst 20 Strecken bundesweit. In der Region wurde vor einigen Wochen unter Federführung der Industrie- und Handelskammern die Interessengemeinschaft Schienenlückenschluss gegründet, die sich dafür einsetzen will, dass mittels eines Raumordnungsverfahrens mögliche Trassenverläufe zwischen Coburg und Südthüringen untersucht werden. sb