Die Flächengemeinde im Osten des Landkreises kann ihre letzten Lücken in der Breitbandversorgung schließen. Möglich machen das zwei Förderprogramme: das eine vom Freistaat, das andere vom Bund.
Beim erstgenannten ist die Marktgemeinde bereits mit weiten Teilen ihres Ortsgebietes, besonders die südlichen Ortsteile jenseits der Wiesent und eine Achse auf der Jurahöhe bis Wüstenstein, eingestiegen. Für die Breitbandversorgung vor allem in den Tallagen hat die Kommune schon vor längerer Zeit rund 300 000 Euro aufgewendet. Zugesagt wurden Wiesenttal nun Fördermittel in Höhe von 920 000 Euro, verbraucht werden aber nur 795 000 Euro. Da die Höchst-Fördermittel noch nicht aufgebraucht sind, schlug Roland Werb von der Fachfirma Corwese dem Marktgemeinderat vor, auch die wenigen Ortsteile so aufzurüsten, dass im ganzen Gebiet 30 MBit Leistung geschafft werden.
Ausnahmen sind einige wenige Häuser, bei denen aufgrund der Lage die Breitbandleistung knapp unter dieser Grenze bleibt. Oberfellendorf, Wüstenstein, Gößmannsberg erhalten schon Glasfaserkabel im ersten Schritt. Dort garantiert die Telekom nahe an den Verteilerkästen sogar eine Leistung von bis zu 100 MBit; auch beispielsweise in Störnhof sind 30 MBit vorgesehen. In Neudorf werden wohl nur zwischen 20 und 30 erreicht werden.
In die zweite Tranche kommen nun noch Muggendorf Ost, Wohlmannsgesees, Voigendorf und Draisendorf/Rauhenberg. Werb geht von Kosten um die 220 000 Euro aus; davon übernimmt der Freiastaat rund 197 000 Euro, sodass dem Markt nur etwas über 22 000 Euro an Eigenbeitrag verbleiben. Konrad Rosenzweig (CSU) machte darauf aufmerksam, dass die fünf etwas außerhalb von Störnhof gelegenen Gewerbebetriebe wegen der Entfernung nur mit 25 MBit versorgt werden: "Hier dürfen wir die Zukunft nicht verpassen, denn Störnhof hat die höchste Gewerbedichte im Gemeindegebiet."


Völlig unbürokratisch

Werb wies bei diesem Problem darauf hin, dass in Störnhof die Telekom selber bis 2018 tätig wird. Er riet dazu, eine Verbesserung im dortigen Raum über das Breitbandförderprogramm des Bundes anzustreben.
Dieses laut Werb "völlig unbürokratische" Programm übernimmt zu 100 Prozent Planungs- und Beratungskosten bis zu einer Höhe von 50 000 Euro. Aufgelistet wird die Ist-Situation inklusive des neuen Ausbauszenarios und eine Kostenschätzung für die Restaufstockung auf 30 MBit im ganzen Gemeindegebiet.
Interessant für Wiesenttal ist ein sogenannter Masterplan, in dem Rohr- und Kabelverlegungen aller Art sowie Straßenausbauten koordiniert werden. "Dadurch sollten wir Sinn in die Tiefbauarbeiten reinbekommen", spielte Geschäftsleiter Werner Borchert auf die gänge Praxis der Glasfaserversorger an, den " noch warmen Asphalt aufzureißen". Bislang haben nur zwölf bayerische Gemeinden eine solche Förderung erhalten. Werb warb dafür, einen Antrag einzureichen.