von unserer Mitarbeiterin Pauline Lindner

Gremsdorf — Anglerlatein. Ein Mann breitet die Arme aus, und während er verkündet, dass er einen "soooo großen Fisch" gefangen habe, schrumpft der Abstand der Hände immer mehr. Den Witz kennt Edmund Scheidel, der Vorsitzende des Fischereivereins Gremsdorf, schon lange. Er hat seine Variante davon. "Den Anglerkollegen ist das mal zu dumm geworden. Sie haben dem Mann die Hände zusammengebunden", sagt er und unterstreicht das Ganze mit großen Gesten. Scheidel biegt seine Hände zusammen und blickt durch: "So groß waren die Augen, hat er dann gesagt."
Über sich selber lachen, das gehört für den Vorsitzenden dazu. Schließlich steht er seit 2000 einem Verein vor, den er als "sehr harmonisch" beschreibt. Und als gesellig. Seit er von Ehrenmitglied Erwin Scheubel ein Grundstück an der Aisch pachten konnte und dort eine Gerätehalle errichtet hat, wird diese immer mehr zu einem Ort der Geselligkeit.


Rentner sind Stammgäste

Besonders die Rentner aus dem Ort sind dort Stammgäste. Zusammenhalt der Vereinsmitglieder und Verbundenheit mit dem Ort sind Scheidel so wichtig wie seinen drei Vorgängern in der fast 50-jährigen Vereinsgeschichte.
1966 haben zehn Gremsdorfer den Verein gegründet und von der Kommune den Aischanteil des Ortes gepachtet. "Zu einem moderaten Preis", betont Scheidel. Die Chance dafür ergab sich, als der Pachtvertrag mit einem Privatmann ausgelaufen war. 24 Jahre war dann Georg Wehner der Vorsitzende und gar 40 Jahre lang führte Erich Fried die Kasse, führt Scheidel als Belege für die Kontinuität an.
"Heute haben wir 63 Mitglieder", berichtet er stolz. Wenig im Vergleich zu einem Fußballverein. "Wir dürfen nur eine bestimmte Anzahl aufnehmen. Das hängt von der Gewässerstrecke ab", klärt Scheidel auf. Als der Verein den Gemeindeweiher pachten konnte, hat er weitere 20 aufgenommen und darf auch mehr Jahreskarten ausgeben.
Mit den Fischgewässern ist Scheidel sehr zufrieden. "Die Aisch ist artenreich und sehr gut besetzt. Wir haben keinen Angeldruck." Gemeinsam mit den Fischereivereinen des Unteren Aischgrunds sorgen die Gremsdorfer dafür, dass auch seltene Fischarten wie Nasen (eine Weißfischart) und Gründerlinge vorkommen.
"Bei uns gibt es auch Waller", erinnert er an die Superfänge, die immer wieder mal Platz in der Zeitung finden. "Sie leben an den tiefen Stellen; die Aisch ist ja ab und zu drei Meter tief", ergänzt Gewässerwart Peter Kretschmann. Das mit dem Wallerfangen sei so eine Sache, wirft ein Vereinskollege ein. Man könne jahrelang auf der Lauer liegen. "Und dann sagst du dir, ich geh mal eine Stunde raus, und der Kerl beißt an."
Neben dem Angeln steht die Pflege der Gewässer im Vordergrund. Mindestens zwei Mal im Jahr gehen die Mitglieder die Aischufer ab, um sie sauber zu machen. Immer wieder ziehen sie Wohlstandsmüll aus dem Fluss. Selbst Fahrräder und Fernseher waren schon dabei.