Vielfältige Anregungen für das Stadtumbaumanagement konnten die Burgkunstadter Ratsmitglieder dem Zwischenbericht der Arbeitsgemeinschaft Obrusnik/plan & werk entnehmen, wobei es auch deren besonderes Anliegen ist, eine neue „Corporate Identity“ zu schaffen und die Attraktivität der Schuhstadt zu steigern. Bei der Unterbringung einer Kindergarten-Notgruppe im Umfeld der evangelischen Christuskirche von Burgkunstadt entschied sich der Stadtrat für eine schnell umzusetzende Lösung.

In der vorangehenden Sitzung des Bauausschusses wurden zunächst der Bauantrag auf Umwandlung einer Terrasse in einen Wintergarten, Kesselweg 5, und die Nutzungsänderung einer ehemaligen Rechtsanwaltskanzlei, Karlsbader Weg 10, in privat genutzte Wohnräume befürwortet. Keine Mehrheit fand hingegen die Bauvoranfrage zur Errichtung eines Wohnhauses auf dem Grundstück Bergacker 7 im Stadtteil Weidnitz, wobei insbesondere die Abweichungen vom bestehenden Bebauungsplan den Ausschuss zu dieser Entscheidung bewogen. Der vorhabensbezogene Bebauungsplan für eine Reitanlage in Maineck, Gemeindeteil Altenkunstadt , wurde zur Kenntnis genommen, nachdem die Belange der Stadt Burgkunstadt nicht berührt werden.

Ein Logo und neue Schilder

Breiten Raum nahm in der folgenden Stadtratssitzung der Zwischenbericht des Stadtumbaumanagements von Burgkunstadt ein, den Architektin Edith Obrusnik und Dipl.-Ing. Franz Ulrich (plan & werk) vorlegten. Sie schilderten dabei, wie eine neue „Corporate Identity“ für die Schuhstadt mit einem entsprechenden Logo einmal aussehen könnte, und legten dazu entsprechende Angebote mit Kostenschätzungen vor. Diese beinhalteten auch ein neues Stadtleitsystem, entsprechende Beschilderungen mit Übersichtstafeln und dergleichen. Als prägende Stadtbereiche, die in Angriff genommen werden sollten, nannten die Planer den östlichen Stadteingang sowie die Umgebung und den Bahnhof mit seinem Umfeld.

Ein weiterer Aspekt in dem Zwischenbericht, der unter anderem in einem Projekttreff bearbeitet wurde, war in dem Begriff „Stadtgrün“ zusammengefasst. Es wurde aufgezeigt, welche Möglichkeiten sich bieten, so in der Lichtenfelser und Kulmbacher Straße, der Bahnhofsstraße – auch der sogenannte Notargarten war mit einbezogen worden – und auf dem Marktplatz, hier insbesondere in der Umgebung des Brunnens vor der Katholischen Pfarrkirche und am Schustermuseum. Mit umweltfreundlichen und naturnahen Bepflanzungen und Sitzgelegenheiten könne man in vielen Stadtbereichen ganz einfach neue attraktivere Akzente setzen und Aufenthaltsangebote schaffen. Obrusnik und Ulrich gingen auch auf die aktuellen Fördermöglichkeiten (Sonderfonds) ein, die vor allem auch für das Schustermuseum beantragt werden sollten. Die Mitglieder des Stadtrates nahmen diesen Bericht und die weitere Vorgehensweise zur Kenntnis.

Fußgänger zählen nach Corona

Schon vor längerer Zeit, darauf verwies Bürgermeisterin Christine Frieß ( CSU ), waren zusätzliche Querungen auf der Bundesstraße 289 das Thema einer Verkehrsschau mit der Polizeiinspektion, der Verkehrsbehörde des Landratsamtes Lichtenfels, der Stadtverwaltung von Burgkunstadt und dem Staatlichen Bauamt in Bamberg gewesen. Nach internen Prüfungen teilte nun letztere Behörde der Stadt Burgkunstadt mit, dass grundsätzlich für die Stadtteile Weidnitz, Neuses am Main und Mainroth Querungen in Frage kommen könnten. Um gesicherte Zählergebnisse für die querenden Fußgänger ermitteln zu können, müsste man laut Frieß allerdings mit der Erhebung warten, bis die Corona-Beschränkungen aufgehoben sind, was frühestens im kommenden Jahr der Fall sein könnte. Dies fand auch die Zustimmung des Stadtrates, wobei im Haushaltjahr 2022 für die Umsetzung dieser Maßnahmen dann auch die entsprechenden Mittel vorgesehen sind.

Sanierung ist zu teuer

Aufgrund der steigenden Kinderzahlen in der Kindertagesstätte der Christuskirche befasste sich der Stadtrat mit der Unterbringung einer Notgruppe. Dazu wurde, wie es die Verwaltung darlegte, die Sanierung eines Gebäudes in der Hans-Agath-Straße in Erwägung gezogen. Mittlerweile fanden auch mit der evangelischen Kirchengemeinde entsprechende Gespräche statt, wobei eine Kostenschätzung vorlag. Diese bezifferte die Bürgermeisterin mit einem Bruttobetrag von rund 625 000 Euro (ohne Ausstattung), wovon von der Evangelischen Kirchengemeinde 225 000 Euro zu tragen wären.

Dies, wie es Pfarrer Heinz Geyer im Beisein von Mitgliedern seines Kirchenvorstandes erläutertet, übersteige jedoch die Finanzkraft der Kirchengemeinde. Nachdem unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten in Erwägung gezogen wurden, überreichte Pfarrer Geyer der Stadtverwaltung ein Angebot der Firma Optirent für den Erwerb von sechs Containern und eines WC-Containers, die auf dem Grundstück Rangengasse 5, also gleich neben der bestehenden Kindertagesstätte, aufgestellt werden könnten und zudem zum Beginn des neuen Kindergartenjahres (ab Oktober) verfügbar wären. Die Aufwendungen hierfür würden sich auf 165 311 Euro belaufen; andererseits standen auch Mietkosten von 44 731 Euro pro Jahr für dieses Containermodul im Raum.

Nach einer kurzen Aussprache entschied sich der Stadtrat dafür, zur zeitgerechten Sicherstellung des Betreuungsbedarfs die entsprechenden Container anzukaufen, wobei die Verwaltung dabei auch gewisse Bedenken, die aus der Mitte des Stadtrates geäußert wurden, dahingehend beantworten konnte, wie es Stadtkämmerin Heike Eber erläuterte, dass es sich um Container handelt, die speziell für die Unterbringung von Kindern konzipiert wurden. Bei alledem werde die Stadt, so Bürgermeister Frieß, auch weiterhin die bauliche Verwirklichung von Räumlichkeiten für die Kinderbetreuung im Auge behalten.

Im weiteren Verlauf wurde beschlossen, den derzeitigen Konzessionsvertrag mit dem Bayernwerk (vormals Eon AG , Regionalleitung Oberfranken), der mit Ablauf des 16. April 2023 endet, auf der Grundlage des Muster-Konzessionsvertrages des Bayerischen Gemeindetages, Städtetages, des Verband der Energie- und Wasserwirtschaft etc. bis zum 16. April 2043 zu verlängern.

Neue Friedhofsregeln

Einen Entwurf zur Aktualisierung der Friedhofs- und Bestattungssatzung der Stadt Burgkunstadt , insbesondere aufgrund der neuen EU-Richtlinie, nahmen die Ratsmitglieder zur Kenntnis, wobei die Stadtverwaltung beauftragt wurde, dies entsprechend einzuarbeiten und die neue Friedhofs- und Bestattungssatzung in der September-Sitzung zur Beschlussfassung vorzulegen.

Stadt muss einen Kredit aufnehmen

Für die Neuerrichtung eines Kinderhauses und die Sanierung der Friedrich-Baur-Grundschule erfolgte die Vergabe der Fachplanung Elektrotechnik an das Ingenieurbüro TechnoPlan GmbH, Marktrodach, während die Ingenieurleistungen für die Erneuerung der Wasserleitung im Bereich des Brauhausweges, der Breslauer Straße und der Weidenburg (RZWAS Fördermaßnahme) an das Ingenieurbüro Miller, Nürnberg, zum Angebotspreis von 84 583,95 Euro vergeben wurden. Das gleichnamige Ingenieurbüro erhielt zudem den Auftrag für Planungsleistungen (39 385,26 Euro) für die unterirdische Sanierung der Kanäle im Umfeld der Dammsiedlung, des Hasensteins und der Redwitzer Straße.

Für das im Rahmen der Haushaltsplanung 2020 dargestellte Investitionsprogramm, darüber informierte Bürgermeisterin Frieß, wurde vom Landratsamt Lichtenfels bereits eine Kreditaufnahme in Höhe von 2 051 785 Euro, die bislang nicht in Anspruch genommen werden musste, genehmigt. In Anbetracht der fortschreitenden Baumaßnahmen werde diese nun erforderlich, sodass mit den Hausbanken und Finanzdienstleistern entsprechende Gespräche wieder aufgenommen wurden. Die Entscheidung fiel hier zugunsten der NRW-Bank, die mit einem Effektivzinssatz von 0,739 Prozent und einer Gesamtlaufzeit von 30 Jahren das günstigste Angebot vorgelegt hatte.