Die Naturbühne Trebgast trauert. Tief bewegt reagierten Vorstand und Mitglieder auf die schockierende Nachricht. Für Georg Küfner, einen ihrer Besten, ist der letzte Vorhang gefallen.

Küfner war ein Vollblut-Schauspieler, ein Theaterverrückter. In seiner ersten richtigen Rolle auf der Naturbühne mimte er 1962 einen Kellner in "Die Zwillinge von Venedig". Seitdem steht er ohne Unterbrechung auf den Brettern, die für ihn die Welt bedeuteten.

Die Besucher der Naturbühne kannten ihn als Hauptdarsteller in vielen Volksstücken. Der Schalk blitzte ihm immer aus den Augen. "Ich bin ein lustiger Kerl, und lustige Rollen liegen mir halt", schätzte er sich selbst ein.

Allein sein untrügliches Gespür für Situationskomik, seine ansteckende Lust am verzwickten Spiel mit Menschen und Gegenständen, sein bewegliches Mienenspiel und seine pantomimische Ausdrucksfähigkeit lohnten schon den Theaterbesuch. Bereits 1964 war in der Presse zu lesen: "Besonders Georg Küfner war dank seiner Gags und mimischen Begabung der Liebling des Publikums."

"Wenn man in Sachen Theater so viel unterwegs ist wie ich, kommt man vor allem im oberfränkischen Raum an einem Namen nicht vorbei: Georg Küfner", sagte der frühere Bezirksvorsitzende des Bayerischen Amateurtheaterverbandes, Kurt Rodehau, in seiner Laudatio, als er ihm die goldene Ehrennadel des Verbands verlieh. Eine Auszeichnung, die bisher nur wenigen Auserwählten zuteil wurde.

"Wenn ich einmal kein Lampenfieber mehr habe, dann höre ich auf", sagte Küfner einst nach 50 Jahren als Schauspieler. Er hatte bis zu seiner letzten Rolle Lampenfieber. Und musste jetzt trotzdem aufhören. Sein großer Wunsch ging nicht mehr in Erfüllung: Im nächsten Jahr wollte er zu seinem 60-jährigen Bühnenjubiläum noch einmal seine Paraderolle, den "Verkauften Großvater", spielen. Und zwar in der gleichen Besetzung wie zuletzt 2010. hd