Da bei der Verwaltung eine Anfrage zur Einrichtung eines Friedwaldes in Weisendorf eingegangen war, hatte Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) einen Vertreter der Firma FriedWald aus Griesheim und den Grundstücksbesitzer zur jüngsten Sitzung des Gemeinderats eingeladen. Hans-Adam von Schultzendorff von der FriedWald GmbH stellte die Projektidee vor. Wie der Bürgermeister erklärte, folgt eine rechtliche Prüfung zur Umsetzung seitens der Verwaltung und die Einholung von Stellungnahmen (Bayerischer Gemeindetag, Landratsamt Erlangen-Höchstadt) erst nach der Vorstellung im Marktgemeinderat. Allerdings sei für eine nähere Prüfung des Projekts ,,Friedwald" eine grundsätzliche Entscheidung des Gemeinderats notwendig, eine endgültige Entscheidung werde in einer späteren Sitzung getroffen.

Natur übernimmt Grabpflege

Wie der Referent erläuterte, handelt es sich bei einem Friedwald um einen nach öffentlichem Recht genehmigten Friedhof. Eine Waldinformationstafel weist auf den Friedwald hin und kennzeichnet die ausgewiesene Waldfläche für die Bestattung in der Natur. Die Bäume, die im Friedwald als Bestattungsplätze zur Verfügung stehen, sind durch farbige Bänder gekennzeichnet. Bäume, an denen bereits Menschen ihre letzte Ruhe gefunden haben, zieren häufig kleine Namenstafeln. Grabschmuck und Blumen, Gestecke und Kränze oder gar Grablichter sind nicht erlaubt. So gehört es zum Konzept, dass die Natur die Grabpflege übernimmt, der Wald soll in seinem ursprünglichen Zustand bleiben. Verantwortlich ist ein Friedwald-Förster, der die Trauergäste zum Baumgrab begleitet und auch die Urne in die Graböffnung absenkt.

Bis zu 99 Jahre Ruhezeit

Üblicherweise sorgen an einem Standort drei beteiligte Partner in enger Zusammenarbeit für die Entstehung und den Betrieb eines FriedWald-Bestattungswaldes: die Kommune, die oft auch Waldbesitzer ist, das zuständige Forstamt und das Unternehmen FriedWald. Die örtliche Gemeinde ist der öffentliche Träger und führt die Aufsicht über den ordnungsgemäßen Betrieb des Bestattungswaldes. Die FriedWald-Förster sind Betreuer vor Ort, zeigen und erklären das Konzept, den Wald und die Region.

Um eine Ruhezeit von bis zu 99 Jahren gewährleisten zu können, seien Pflegemaßnahmen im Friedwald unerlässlich. Die Arbeiten dienen der Sicherung des Baumbestandes sowie der Sicherheit der Besucher im Wald, daher könne es immer wieder zu Forstarbeiten kommen. Christiane Kolbet findet eine Bestattung in der Natur zwar "reizvoll", lehnt aber einen "Bestattungstourismus" ab, nachdem erklärt wurde, dass das Einziehungsgebiet bis zu 30 Kilometer betragen soll. Nach ihrer Meinung ist der Waldfriedhof groß genug, nachdem dort auch Bäume gepflanzt wurden. Das Gremium nahm den Vortrag des FriedWald-Vertreters zur Kenntnis.