Nach über 30-jähriger Dienstzeit geht die Kirchenmusikerin Jitka Maisel in den Ruhestand. Die Gläubigen der beiden Lichtenfelser Pfarreien verabschiedeten sich von ihr am Wochenende, während sie Gottesdienst feierten: In dem von Stadtpfarrer Roland Neher zelebrierten Abendgottesdienst am Samstag auf dem Vorplatz der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt nahm die Pfarrei "Unsere liebe Frau" Abschied.

Der Pfarrer bedankte sich herzlich für die langjährigen und treuen Dienste an der Orgel und für die engagierte Leitung der Vokalgruppen, dem Chor, dem Vokalensemble "Nuova Canzone", der Männerschola sowie der Don Bosco Schola, und überreichte Maisel einen Blumenstrauß sowie ein Geschenk. Er hoffe, dass es nur eine Verabschiedung aus dem Hauptamt sei, weil die Pfarrei immer einen Bedarf an ehrenamtlichen und nebenberuflichen Tätigkeiten habe – gerade an der Orgel.

Ständchen zum Abschied

Mit einem Überraschungsständchen erfreute die Sängerschar der vereinten Chöre ihre Chorleiterin. Die Mitglieder sangen das irische Segenslied "Möge die Straße uns zusammenführen". "Du hast im Lauf von über 30 Jahren viel Zeit, Kraft und Leidenschaft in die Arbeit der Vokalgruppen gesteckt. Wir alle haben immer gerne mit dir gesungen, konnten sehr viel von dir lernen und du hast deine Liebe zur Musik an uns weitergegeben", lobte Daniela Keller, die Vorsitzende der Chorgemeinschaft.

Schließlich übergaben Antonia und Marie Schopf von der Don Bosco Schola einen Geschenkkorb an die scheidende Chorleiterin – als kleine Anerkennung der Chormitglieder.

Pfarrer Roland Neher bedankte sich außerdem bei Bernadette Sklorz für ihre 25-jährige Dienstzeit in der Pfarrei als Raumpflegerin und Mesnerin der Spitalkirche mit der Übergabe einer Ehrenurkunde.

In dem von Pfarrer George Thottankara zelebrierten Sonntagsgottesdienst der Pfarrei "Heilige Familie" wurde Maisel von der dortigen Christengemeinde verabschiedet. Hierbei spielte sie zum letzten Mal hauptamtlich die Orgel. An der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes wirkte auch der Bariton Bernd Legal mit den beiden Gesangsstücken "Ombra mai fu" und "Panis Angelicus" mit. Auch Anne-Rose Werners, die mit ihrer Blockflöte Werke von Georg Philipp Telemann, Tomaso Albinoni und John Rutter interpretierte, trug ihren Teil bei.

Lobende Worte von Paul Endres

Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Paul Endres verabschiedete Maisel dann mit lobenden Worten: Über 30 Jahre lang habe sie nicht nur die Kirchenmusik, sondern auch das kulturelle Leben in Lichtenfels mitgeprägt. Als hochqualifizierte Organistin habe sie zahllose Gottesdienste mitgestaltet und das musische Leben durch zahlreiche Konzerte bereichert. Ganz besonders seien ihr die jungen Musiker am Herzen gelegen, betonte Endres.

Natürlich bedankte sich auch Pfarrer George Thottankara bei Maisel für den langjährigen, engagierten Dienst in der Pfarrei und wünschte ihr einen angenehmen Ruhestand. Voller Rührung aufgrund der großen Würdigung bedankte sich die scheidende Organistin ihrerseits: unter anderem bei den beiden Pfarreien für die lange Anstellung, bei ihren Sängern und Sängerinnen für ihren Eifer, bei ihrer Familie für die Unterstützung und bei den Gottesdienstbesuchern. Zudem galt ihr Dank der evangelischen Kirchengemeinde für die ökumenische Zusammenarbeit – vor allem mit Klaus Bormann. thi