Wenn es auch nur ein künstliches Euter war - ans Melken machten sich die Kinder mit Begeisterung. Andere versuchten sich im Pflanzen und Säen von Gartenkräutern, die sie dann mit nach Hause nehmen durften. Die Buben - und vielleicht noch viel mehr deren Väter - faszinierte wohl mehr die Technik: Von ganz alt bis ganz nagelneu waren die Traktoren auf dem Ausstellungsgelände aufgereiht und glänzten in der Sonne um die Wette.

Der "Familientag" zum 60-jährigen Bestehen des Höchstadter Verbands für landwirtschaftliche Fachbildung (VLF) bei Geiers Hofscheune war ein Erlebnis- und Bildungstag, insbesondere für Familien, die sonst mit der Landwirtschaft wenig zu tun haben. Da ging es mit der Pferdekutsche in den nahen Wald, wo ein Förster über die Waldwirtschaft informierte. Auch zu Teichwirtschaft und Karpfen gab es Informationen und Führungen. "Frag doch mal den Landwirt" stand als Motto über der Veranstaltung. Und Maschinenring, Waldbauernvereinigung, Landwirtschaftsamt gaben gerne Auskunft.

"Der Verbraucher soll einen Blick für die andere Seite bekommen", sagte Friedrich Brehm, der langjährige Vorsitzende des VLF. Ja, Imagewerbung für die Landwirtschaft sei eines der Ziele. Wichtiger sei aber der Austausch mit den Verbrauchern. Man wolle den Menschen die Landwirtschaft und deren Situation näher bringen, damit sie Verständnis dafür bekommen. Schließlich wollten die Landwirte selbst hören, welche Anliegen die Verbraucher so bewegen. Gleiches gelte für die Waldwirtschaft.

Ehrung für Friedrich Brehm

Brehm, der zugleich Vorsitzender der Waldbauernvereinigung Erlangen-Höchstadt ist, wurde für seine Tätigkeiten und sein Wirken in der Landwirtschaft, im öffentlichen Leben und in landwirtschaftlichen Organisationen und Verbänden das Goldene Verbandsabzeichen des VLF Bayern verliehen.

Zur Eröffnung fand ein Gottesdienst mit Dekan Kilian Kemmer statt. Der Schirmherr, Landrat Alexander Tritthart (CSU), Landtagsabgeordneter Walter Nussel (CSU), Peter Pröbstle vom Landwirtschaftsamt Fürth und BBV-Kreisobmann Robert Ort sprachen in ihren Grußworten die Situation der Landwirtschaft an. Wie der VLF mitteilte, nahm die landwirtschaftliche Fläche im Landkreis Erlangen-Höchstadt von 1980 bis 2017 um 4161 Hektar ab. Das entspreche einer Reduzierung von 16,4 Prozent. Heute gebe es im Landkreis noch 163 Betriebe im Haupterwerb und 535 im Nebenerwerb. 1979 lag die Zahl der Haupterwerbsbetriebe bei 825, die der Nebenerwerbslandwirte bei 1570.