Nachhaltigkeit hat für Landrat Hermann Ulm (CSU) drei Aspekte: den ökologischen, den ökonomischen und den sozialen. Unter diesen Gesichtspunkten wurden auch die vier Preisträger des diesjährigen Umweltschutz- und Nachhaltigkeitspreises des Landkreises ausgewählt.
Der Landrat zeichnete die Preisträger in einer Feierstunde in der Gereonskapelle aus, die von Lucky Schmitt musikalisch umrahmt wurde. "Etwas ganz Zentrales für die dörfliche Struktur im Landkreis sind die Dorfläden", sagte Ulm.
2014 wurde der Laderer Dorfladen als Genossenschaft gegründet, 2015 folgte der in Wiesenttal. Beide sichern die Nahversorgungsstrukturen und vermarkten Produkte aus landwirtschaftlicher Produktion. Das Ladengeschäft in Unterleinleiter ist zudem noch Ersatz für zwei geschlossene Bankfilialen. "Wir hoffen, dass wir das richtige Konzept haben und lange leben", betonte Wolfgang Rieger. Er ist der Vorsitzender der Wiesenttaler Genossenschaft.
Als "Beerenbäuerin" ist Birgit Bertelshofer aus Niedermirsberg bekannt. Die Krankenschwester sattelte zur Agraringenieurin um und bewirtschaftet nach den strengen Demeter-Richtlinien zwölf Hektar Land mit Beerensträuchern und Obstbäumen. Daraus entstehen Fruchtaufstriche. Der Betrieb "Die Beerenbauern" hat fünf Vollzeitarbeitsplätze und setzt weitere zehn Personen als Erntehelfer ein.
Fast 250 Jahre besteht schon die Wässerungsgenossenschaft Gosberg. Im Jahr 1747 haben sich die Bauern zusammengeschlossen, um den weiten Raum des unteren Wiesentales als extensiv bewirtschaftete, bewässerte Wiesen zu nutzen, wie es schon ihre keltischen Vorfahren vor mehr als 2000 Jahren getan haben. Etwa 100 Eigentümer sind bis heute in der Wässerung, deren Vorsitzender den Titel "Erster Bauherr" trägt. Über das agrarische Interesse hinaus dient die Anlage dem Hochwasserschutz der umliegenden Orte, aber besonders dem Schutz des Forchheimer Trinkwassers, das in unmittelbarer Nachbarschaft gewonnen wird.
Die von Mai bis September bewässerten Wiesen sind die Heimat vieler Wiesenbrüter, die Gräben Kinderstube für Flussfische. Die Bewässerung im Wiesental gilt als europäisches Kulturdenkmal. Man zählt sie zu den zwölf erhaltungswürdigsten Wässserlandschaften Europas.