Bürgermeister Hermann Anselstetter lässt im Kampf um den Lärmschutz an der Bundesstraße 303 im Bereich des Wohngebiets "Im Gut/Hopfengarten" nicht locker. Mit Vertretern der örtlichen SPD traf er sich jetzt mit betroffenen Anliegern zu einem Ortstermin und einem Gespräch. Gekommen waren auch Landtagsabgeordnete Inge Aures und die SPD-Landratskandidatin Theresa Weith.

Anselstetter betonte, dass der Marktgemeinderat bereits ein Acht-Punkte-Konzept auf den Weg gebracht hat (wir berichteten ausführlich). Als Sofortmaßnahmen verlange man eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 Stundenkilometern, was in der Zuständigkeit des Landratsamtes liege, die Installation einer Dauerzählstelle sowie die baldige Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen durch das Staatliche Bauamt.

Der "ungleiche Kampf" mit Argumenten, Messwerten und Aufschreien der Bürger gegen staatlich verordnete Berechnungsmethoden dauere nun schon 50 Jahre an. Die Lärmbelästigung habe sich spätestens seit der Wiedervereinigung "ins Unerträgliche gesteigert".

"Trotz der berechtigten Forderungen nach Lärmschutzmaßnahmen lässt man die Bürger vollends im Stich mit einem einzigen "Totschlagsargument": Die Bundesstraße sei zuerst dagewesen, die Bauherren hätten wissen müssen, was auf sie zukommt. "Das ist eine unverantwortliche Vereinfachung", sagte Anselstetter.

Die von Martina Karl seit Oktober 2019 geführte Bürgerinitiative fordere Lärmschutzmaßnahmen mit Recht.

Beistand erhielten die Betroffenen von MdL Inge Aures: "Die permanente Zunahme des Verkehrslärms nervt die Bürger und wird zu einer immer stärker werdenden Belastung." Sie habe sich aktuell an Baudirektor Siegfried Beck gewandt. Der habe ihr mitgeteilt, dass 2020 eine umfangreiche Sanierung der Fahrbahn von Ludwigschorgast bis Himmelkron vorgenommen werde. "Auf der Höhe von Wirsberg soll lärmmindernder Asphalt eingebaut werden. Eine rechnerische Überprüfung der Emissionen soll im Jahr 2020 erfolgen", so die Abgeordnete.

Als Sprecherin der Anlieger pflichtete Martina Karl dem Bürgermeister in allen Punkten bei. "Warum wird uns das zugemutet? Haben wir bessere Nerven als andere?", fragte sie. Rei.